Sonnenblumen erobern unsere sächsischen Äcker
Von Jasmin Beisiegel
Delitzsch - Sie sind strahlend gelb - und immer öfter zu finden. In Sachsen breiten sich Sonnenblumenfelder zunehmend aus. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anbaufläche im Freistaat gar versechsfacht, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.
In diesem Jahr wuchsen demnach auf 7300 Hektar Sonnenblumen. Im Vergleich zu 2016 beträgt das Plus 6100 Hektar. Entsprechend legte auch die Erntemenge zu. 2026 waren es 18.000 Tonnen. Das entspricht ebenfalls etwas mehr als dem sechsfachen Wert von 2016.
Bei den Ölsaaten ist Raps zwar deutlich führend. Aber der Anbau ging in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel auf 103.000 Hektar zurück. Die Erntemenge fiel in der gleichen Zeit sogar um ein Drittel auf 313.200 Tonnen.
Das liege an den veränderten Witterungsbedingungen und einem massiven Schädlingsproblem mit dem Rapserdfloh, erläutert Markus Theiß vom Beratungsunternehmen AgUmenda.
Das Unternehmen ist im Auftrag des Landesumweltamtes an einem Fruchtfolgeversuch im Landkreis Nordsachsen beteiligt. "Je schwächer der Boden ist, desto mehr spielt die Sonnenblume ihre Stärken aus", sagt Theiß. Sie sei kostengünstiger anzubauen als Raps und relativ gesehen auch zuverlässiger. Zudem ist der Anbau von Raps generell sehr arbeitsaufwendig.
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Ein Nachteil der Sonnenblumen sind allerdings die schlechteren Marktpreise im Vergleich zum Winterraps. Das hänge auch mit der Verwertung zusammen, sagt Theiß. "Wenn allerdings die Erträge ausfallen, fangen die Betriebe an zu rechnen und sagen: Okay, ich gehe weniger Risiko ein und probiere es mit der Sonnenblume."
Titelfoto: Bildmontage: PR/Agumenda ; Silas Stein/dpa
