Unbekannter Soldat in Schmiedeberg aufgetaucht: Wer gibt dem Kriegstoten seinen Namen zurück?
Dippoldiswalde - Knochen, Knöpfe, Weltkriegsmunition: Nach dem Fund eines mutmaßlichen Kriegstoten bei Schmiedeberg ist noch immer unklar, wer der Mann war. So rückt eine Organisation in den Mittelpunkt, die ihm seinen Namen zurückgeben könnte: der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Wie berichtet hatte Finder Mike (50) die Stelle im Wald bereits Ende Juli der Polizei gemeldet. Zwei Wochen später lagen dort immer noch Knochen.
Erst beim TAG24-Termin rückten Polizei, Kripo und Kampfmittelbeseitigungsdienst an und untersuchten die Stelle intensiv, nachdem dort Munition gefunden wurde.
Die Polizei bestätigt nun offiziell: Die Knochen wurden an die Rechtsmedizin der TU Dresden geschickt. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Ersten Hinweisen zufolge stammen die Überreste tatsächlich aus Kriegszeiten.
Dann könnte der Volksbund übernehmen. Die Institution kümmert sich seit mehr als 100 Jahren um die Gräber von Kriegstoten und hilft bei der Suche nach Vermissten.
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Volksbund: "Wer einem Toten die Erkennungsmarke wegnimmt, stiehlt und stört die Totenruhe"
Etwa 10.000 solcher Gräber bergen sie noch immer Jahr für Jahr, knapp die Hälfte der Gefallenen könnten anhand von Erkennungsmarken oder medizinischen Merkmalen identifiziert werden.
Anschließend werden die Gefallenen auf Kriegsgräberstätten umgebettet und, wenn möglich, ihre Angehörigen informiert.
"Üblicherweise werden die Fundstellen so rasch wie möglich gesichert und untersucht", so eine Sprecherin zu TAG24. Allein in Deutschland müsse man von Zehntausenden illegalen Suchern ausgehen.
Viele hätten es gezielt auf militärische Fundstücke oder Erkennungsmarken abgesehen. Doch gerade eine solche Marke könnte für den Toten von Schmiedeberg Gold wert sein.
"Wer einem Toten die Erkennungsmarke wegnimmt, stiehlt und stört die Totenruhe", warnt der Volksbund.
Titelfoto: Stefan Häßler

