Zugunfall in Sachsen: Tschechische Bahn entgleist!
Johanngeorgenstadt - Zugunfall in Johanngeorgenstadt (Erzgebirge) am Samstagmorgen: Eine Bahn aus Tschechien fuhr auf ein Abstellgleis, landete in einem Schotterhaufen und entgleiste dabei. Glücklicherweise gab es keine Verletzten - dafür gestaltete sich die Bergung umso schwerer.
Der Unfall geschah laut Polizeiangaben gegen 7.42 Uhr kurz vor dem Bahnhof Johanngeorgenstadt. Ein tschechischer Zug, der gerade aus Karlsbad kam, sollte eigentlich an einem roten Haltesignal warten. Doch der Lokführer (75) überfuhr das Signal und wurde auf ein Abstellgleis geleitet.
Offenbar eine gängige Praxis - wie TAG24 erfuhr, werden teilweise bei einem roten Haltesignal die Weichen so umgestellt, dass der Zug auf ein Abstellgleis fährt. So auch in diesem Fall.
Der tschechische Zug fuhr demnach bis zum Ende des Gleises, krachte dort schlussendlich gegen Schotter, Erde und gegen einige kleine Bäume. Dabei entgleisten auch die ersten Räder des Zuges.
Während des Unfalls befanden sich zwei Fahrgäste und der Lokführer an Bord. Alle blieben laut Polizeiangaben glücklicherweise unverletzt.
Schwierige Bergung: DB-Rettungsteam rückt mit Bergungs-Zug an
Die Bergung des tonnenschweren Zuges gestaltete sich schwierig. Zunächst rückte ein tschechischer Bergungstrupp an und versuchte, die Bahn wieder auf die Gleise zu ziehen - vergeblich.
Am Sonntag rückte ein Rettungszug der Deutschen Bahn an. Dieser konnte den verunglückten Zug wieder auf die Schienen ziehen. Der Einsatz war gegen 15.45 Uhr beendet.
Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt. Jedoch entstand am Zug laut ersten Informationen wohl eher kleinere Schäden. Die Unfall-Bahn wurde anschließend wieder zurück nach Tschechien transportiert, heißt es.
Unklar ist weiterhin, weshalb der Lokführer das Haltesignal überfuhr.
Erstmeldung: 23. November, 15.03 Uhr, zuletzt aktualisiert am 24. November, 15.42 Uhr
Titelfoto: Niko Mutschmann
