Verbraucherzentrale warnt vor fiesen Finanzberatern: So nutzen Abzocker die Not älterer Privatversicherter aus

Leipzig - Die Krise im Gesundheitssystem mit explodierenden Beiträgen machen sich zunehmend auch Abzocker zunutze. Sachsens Verbraucherzentrale (VZS) warnt aktuell vor dubiosen Finanzdienstleistern, die älteren Privatversicherten gegen Abstandszahlung eine Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verheißen.

Verbraucherschützer Holger Hinze warnt vor dubiosen Finanzdienstleistern, die älteren Privatversicherten gegen Geld den Weg zurück in die GKV weisen.  © Thomas Türpe

Steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) werden im Alter für viele Menschen zur finanziellen Belastung. Was in den 1990er-Jahren mit günstigen Beiträgen begann, frisst im Ruhestand oft einen erheblichen Teil der Rente auf. Eine Notlage, die unseriöse Finanzberater aktuell ausnutzen, wie die VZS berichtet.

Die Masche: Gegen Zahlung von mehreren Tausend Euro bieten sie Betroffenen einen angeblich sicheren Wechsel in die GKV an. Die Anbieter beriefen sich dabei häufig auf europäische Regelungen, die solch einen Wechsel ermöglichen sollen, berichtet VZS-Referent Holger Hinze.

Und warnt: "Diese Möglichkeiten können grundsätzlich bestehen, greifen jedoch nur unter sehr engen Voraussetzungen." Zudem habe der Gesetzgeber die Wechselmöglichkeiten für Menschen ab dem vollendeten 55. Lebensjahr 2026 noch einmal deutlich eingeschränkt.

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Welche Folgen ein rechtlich nicht tragfähiger Wechsel haben kann, zeigt ein aktueller Fall aus dem Raum Leipzig. Dort wurde die so "erkaufte" Mitgliedschaft eines Verbrauchers in der GKV nach mehreren Jahren nachträglich beendet. Er muss zurück in die PKV - zum teuren Basistarif.

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Die gesetzlichen Krankenkassen nehmen ältere PKV-Versicherte in der Regel nicht mehr zurück.  © DPA

"Wenn Sie im Internet auf ein solches Angebot stoßen oder direkt dazu kontaktiert werden, bleiben Sie skeptisch und unterschreiben Sie nichts vorschnell", rät VZS-Experte Hinze.

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