15.000 Jahre altes Wasser für Energiewende? Forscher finden geheimen Schatz im Vogtland

Oeslnitz - Gibt es im Vogtland einen Schatz? Wenn man Wissenschaftlern glauben kann, gibt es den - und der könnte ein Schlüssel für die Energiewende in der Region sein.

Der Strokkur gehört mit bis zu 35 Metern Höhe zu den größten Geysiren in Island. Er bricht etwa alle zehn Minuten aus.  © visualproductions/123RF

Neben Solar- und Windenergie, die konstant zur Verfügung stehen und für die Energiewende wichtig sind, gibt es auch noch die Geothermie.

Diese Form der Energiegewinnung ist vor allem aus Island bekannt. Das kleine Land im Norden Europas deckt etwa 65 Prozent seines Energiebedarfs auf diese Weise. Möglich ist das durch die geologische Lage an der Grenze zweier Kontinentalplatten.

Dazu kommt noch, dass Magma und heiße Gesteinsschichten nah an der Oberfläche liegen, die unterirdisches Wasser erhitzen, das zur Energiegewinnung genommen werden kann. Auf Thermalfeldern und an Geysiren, wie dem Strokkur, kommt das heiße Wasser wieder aus der Erde. Was hat das nun mit dem Vogtland zu tun?

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Auch im Südwesten Sachsens gibt es Thermalvorkommen. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte, gibt es Hinweise auf so ein Reservoir.

"An der Neumühle sprudelt ganzjährig warmes Wasser mit 25 Grad Celsius aus dem Boden und in der ehemaligen Flussspat-Grube Schönbrunn fließt in 500 Metern Tiefe Wasser mit einer konstanten Temperatur von 38 Grad Celsius", so eine Sprecherin des Landesamtes.

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Weitere Untersuchungen nötig

Die artesische Thermalquelle Neumühle südlich von Plauen: Das Thermalwasser-Reservoir im Vogtland könnte zur Energiewende beitragen.  © LfULG/Sascha Görne

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde nun das Potenzial der Wärmeversorgung mit Tiefengeothermie im Vogtland untersucht. Dazu wurde der tiefere Untergrund genauer unter die Lupe genommen und bewertet. Dabei kam heraus, dass in etwa drei Kilometern Tiefe warmes Wasser zirkuliert. In Schönbrunn ist das heiße Grubenwasser sogar nur in einer Tiefe von 500 bis 600 Metern.

Wo kommt das Wasser her? Analysen haben ergeben, dass das Wasser einst als Regen im Boden versickerte. Das Wasser ist mindestens 15.000 Jahre alt. Im Untergrund erhitzt es sich auf höchstens 100 Grad, bevor es in Schönbrunn wieder an die Oberfläche kommt.

Bis abschließend klar ist, ob man das heiße Wasser im Vogtland zur Wärmegewinnung nutzen kann, sind aber noch einige Untersuchungen nötig.

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"Für das Vogtland und für die Energiewende in Sachsen insgesamt sind die Ergebnisse eine wesentliche Grundlage für die Wärmeversorgung und die weitere Wertschöpfung. Bei aller Euphorie und allen weiteren Schritten hat der Schutz der Umwelt höchste Priorität: angefangen [beim] Natur- und Grundwasserschutz bis hin zum Schutz der Mineral- und Heilquellen im Vogtland", teilte das Landesamt mit.

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