Reichenbach/Vogtl. - Die Stadt Reichenbach im Vogtland will Steuersündern auf die Schliche kommen und macht Hunde-Inventur. Halter, die ihren Vierbeiner nicht bis spätestens Montag angemeldet haben, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen.
"Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass nicht alle Hundehalter der Pflicht zur Anmeldung nachkommen. Deshalb beabsichtigt die Stadt Reichenbach eine Hundebestandsaufnahme durchzuführen", teilte die Stadtverwaltung ihren Bürgern mit und setzte eine Frist zum straffreien nachträglichen Anmelden von Hunden bis zum 5. Oktober.
Begründet wird die Kontrolle mit Steuergerechtigkeit gegenüber pflichtbewusst zahlenden Haltern.
Für den ersten Hund werden in der vogtländischen Kommune 90 Euro, für jeden weiteren 120 Euro fällig. "Die Ankündigung hat für durchaus heftige Reaktionen gesorgt", sagt Stadtsprecherin Heike Keßler. Nachträglich angemeldet wurden bisher neun Tiere.
Das Potenzial dürfte deutlich höher liegen. So wurden in der Stadt Drosten (75.000 Einwohner, 6386 gemeldete Hunde), bei einer Bestandsaufnahme seit April schon 620 Hunde neu angemeldet.
Während die Kommune in Nordrhein-Westfalen eine Firma beauftragt hat, an jeder Haustür zu klingeln, begnügt sich Reichenbach vorerst mit Stichprobenkontrollen. "Der Stadtordnungsdienst kontrolliert Hundehalter beim Gassigehen und fragt nach der Hundemarke, die diese laut Polizeiverordnung mitzuführen haben", so die Stadtsprecherin.