Sächsin sollte 1000 Euro zahlen: Anrüchige Telefon-Abzocke mit bergeweise Klopapier!
Plauen - Sie wollte helfen - und sollte dafür Toilettenpapier und Küchenrollen für 1000 Euro kaufen! Edeltraut Tausch (82) aus Plauen (Vogtland) geriet nach einem Werbeanruf mächtig unter Druck. Bezahlt hat sie die überteuerte Ware am Ende nicht. Doch bis der Fall geklärt war, lagen nervenaufreibende Wochen hinter ihr.
Der Anrufer habe sich als Mitarbeiter des Duisburger Unternehmens Kaniss vorgestellt. Völlig unbekannt war der Seniorin die Firma nicht: "Ich hatte mit der Firma schon in früheren Zeiten zu tun. Da ich gerne helfe, hat man sich wahrscheinlich an mich erinnert."
Der Verkäufer habe ihr erklärt: "Wenn ich Toilettenpapier und Küchenrollen kaufe, würde ich die Beschäftigung von behinderten Menschen unterstützen."
Die Rentnerin lebt in einer Einraumwohnung. Für die riesige Papiermenge fehlte ihr der Platz, zudem war ihr der Preis zu hoch. Als sie absagen wollte, habe der Verkäufer einen weinerlichen Ton angeschlagen. Ohne Aufträge müsse die Firma schließen, soll er geklagt haben. "Das war der Punkt, an dem ich schwach geworden bin", erinnert sich Tausch.
Schließlich wurden Teillieferungen vereinbart. Bereits die erste Sendung mit 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Küchenrollen sollte 260,94 Euro kosten. Pro Rolle wurden rund 2,64 beziehungsweise 2,85 Euro verlangt - zuzüglich Versand.
Frau Tausch stimmte zunächst zu. Erst nach dem Telefonat wurde ihr klar, worauf sie sich eingelassen hatte: "Als ich aufgelegt und darüber nachgedacht hatte, kam ich mir total überrumpelt vor."
Gut gemeinter Rat: "Auflegen und gar nicht erst auf solche Gespräche einlassen"
"Die Preise stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu den üblichen Marktpreisen", sagt Jasmin Trautloft (45), Leiterin der Plauener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen. Gemeinsam mit ihr widerrief Edeltraut Tausch den Vertrag und schickte die Ware zurück.
Trotz des Widerrufs erhielt die Seniorin zunächst weitere Rechnungen und Mahnungen. Inzwischen ist der Fall jedoch beendet.
"Ich wäre verrückt geworden, wenn mir Frau Trautloft nicht geholfen hätte", sagt die Rentnerin erleichtert. Aus dem Erlebnis hat sie eine klare Lehre gezogen: "Wenn jetzt jemand anruft und um Hilfe bittet, passiert mir das nicht noch einmal."
Ihr Rat an andere Senioren ist kurz und eindeutig: "Auflegen und sich gar nicht erst auf solche Gespräche einlassen."
Titelfoto: Bildmontage: ,123rf/solarseven, 123rf/tommyandone,

