Vom Landtag nominiert: Diese Sachsen wählen den neuen Bundespräsidenten
Dresden - Ende Januar wird in Deutschland ein neuer Bundespräsident gewählt. Sachsen entsendet in die Bundesversammlung 33 Wahlleute. Am Donnerstag wurden sie vom Landtag nominiert - mit einigen Überraschungen.
Die verblüffendste Personalie brachte die BSW-Fraktion mit Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber (47) an den Start. Der Journalist, der mehrere kritische Bücher über den politischen Islam schrieb, wird ab Januar im ägyptischen Sender Azhari TV eine Islam-Talkshow moderieren.
Bei der Bundesversammlung gehe es auch darum, die Meinungsvielfalt abzubilden, sagte BSW-Fraktionschef Ronny Kupke (49). Schreiber stelle sich gesellschaftlichen Konflikten und scheue nicht vor kontroversen Debatten zurück.
Die Grünen nominierten die Leipziger Schriftstellerin Martina Hefter (61), die 2024 für ihren Roman "Hey Guten Morgen, wie geht es dir?" den Deutschen Buchpreis bekam.
Sachsens CDU schickt unter anderem die Holocaust-Überlebende Renate Aris (91) in die Wahlversammlung.
Bundesversammlung kommt am 30. Januar zur Staatspräsidenten-Wahl zusammen
Auch Ex-Innenminister Thomas de Maizière (72, CDU), Radebeuls OB Bert Wendsche (62, parteilos) und Leipzigs Landrat Henry Graichen (50, CDU) stehen auf der Wahlmänner-Liste der Union.
Die SPD nominierte die Leipziger Ehrenamtlerin Gudrun Geyler (63, Wege e.V.) und Weißwassers Stadtchefin Katja Dietrich (46, SPD), die AfD-Fraktion Großschirmas OB Rolf Weigand (42, AfD).
Den Rest des sächsischen Kontingents stellen Abgeordnete der einzelnen Landtagsfraktionen.
Die Bundesversammlung kommt am 30. Januar zur Staatspräsidenten-Wahl zusammen. Sie setzt sich aus den 630 Abgeordneten des Bundestages und ebenso vielen Vertretern der Länder zusammen.
Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa, IMAGO/Kessler-Sportfotografie, Kristin Schmidt

