Von Käse-Chips bis Sauerkraut: Ernährungstrends der Zukunft setzen auf gesunden Genuss

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Deutschland - Ernährt Ihr Euch schon voll im Trend? Der "Nutrition Hub Trendreport Ernährung" weist die Ernährungstrends der Zukunft aus, die von 200 Ernährungsexperten bewertet wurden. "Was sehr schön ist: Die Trends gehen alle Hand in Hand, auch wenn sie zum Teil auf den ersten Blick gegenläufig erscheinen", meint Dr. Madlen Stimming (40), Ernährungswissenschaftlerin und Dozentin für Lebensmittelmanagement an der Dualen Hochschule Sachsen am Standort Dresden. Mit ihr werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Trends und zeigen Beispiele, wie diese von Praxispartnern aus Sachsen schon umgesetzt werden.

Pflanzenbetonte, flexitarische Ernährung

Im Sensoriklabor der Dualen Hochschule Sachsen in Dresden lernen die Studenten von Dr. Madlen Stimming (40), alle ihre Sinne zu nutzen.
Im Sensoriklabor der Dualen Hochschule Sachsen in Dresden lernen die Studenten von Dr. Madlen Stimming (40), alle ihre Sinne zu nutzen.  © Thomas Türpe

Im Fokus stehen pflanzliche Lebensmittel. Aber: "Pflanzenbetont räumt ein, dass in kleinen Mengen auch tierische Lebensmittel als Milchprodukte und Fleischwaren erlaubt sind", erklärt Madlen Stimming. So bleibt man flexibel, ohne sich dogmatisch etwas zu verbieten. Also kein schlechtes Gewissen mehr!

Lokale Umsetzung:

• "Die Vegane Fleischerei" in der Dresdner Neustadt entwickelt und verkauft pflanzliche Alternativen zu Wurstwaren.

So will Sachsen in die Top 3 der Wirtschaft aufsteigen
Sachsen So will Sachsen in die Top 3 der Wirtschaft aufsteigen

Infos: vegane-fleischerei.de

• Am Dresdner Standort der Dualen Hochschule Sachsen wird zusammen mit "Gartenmahlzeit" aktuell aus Hülsenfrüchten ein Aufschnitt entwickelt.

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Nachhaltige, klimafreundliche Ernährung

Regionale und saisonale Produkte sind besser für die Umwelt. (Symbolfoto)
Regionale und saisonale Produkte sind besser für die Umwelt. (Symbolfoto)  © picture alliance/dpa

Mehr Verantwortung für die Umwelt zeigen regionale und saisonale Produkte. Zudem werden vermehrt klimakritische Zutaten - zum Beispiel Kakao, der häufig in Monokulturen angebaut wird - durch regionale Alternativen ersetzt. "Es geht nicht darum, etwas unterzumogeln", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. "Je öfter wir etwas probieren, umso größer ist die Tendenz, dass wir das auch mögen. Dafür ist aber auch Aufgeschlossenheit gefragt."

Lokale Umsetzung:

• Die schneider+freunde GmbH bei Torgau ist mit ihren zwei Marken nicht nur der Inbegriff von Flexitarismus, sondern auch von Regionalität. Mit "Elbweiderind" bieten sie hochwertiges Rindfleisch und Bioprodukte von befreundeten Höfen, mit "Gartenmahlzeit" pflanzliche Alternativen aus einem Umkreis von maximal 60 Kilometern an.

Infos: elbweiderind.com und gartenmahlzeit.com

• In der Bäckerei Wippler wurde gerade in einer Abschlussarbeit die Tauglichkeit von Schokoladenalternativen auf Sonnenblumenkern-Basis erprobt.

Infos: baeckerei-wippler.de

Ernährung für den Darm

Viel Gemüse, viel Obst, viel Vollkorn: Wer so seine Ernährung gestaltet, nimmt viele Ballaststoffe zu sich. (Symbolfoto)
Viel Gemüse, viel Obst, viel Vollkorn: Wer so seine Ernährung gestaltet, nimmt viele Ballaststoffe zu sich. (Symbolfoto)  © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Die Darmgesundheit rückt ins Bewusstsein der Menschen. Besonders wertvoll sind fermentierte Lebensmittel, die beides vereinen: Pro- und Präbiotika. Bei der Fermentation werden Lebensmittel durch Bakterien oder Hefen haltbar gemacht, indem Zucker und Stärke in Säure oder Alkohol umgewandelt werden. "Ob Brot, Käse oder Joghurt, die Bandbreite an fermentierten Lebensmitteln ist sehr groß", erklärt Madlen Stimming. "Aber bei fermentiertem Gemüse kennt man meist nur Sauerkraut." In diesem Bereich gäbe es noch viel Potenzial.

Probiotische Lebensmittel enthalten lebende Mikroorganismen. Werden sie erhitzt, sterben die Organismen ab.

Präbiotische Lebensmittel sind ballaststoffreich (z.B. Haferflocken, Hülsenfrüchte) und eine wichtige Nahrungsgrundlage für nützliche Darmbakterien.

Lokale Umsetzung:

• Elb-Ferment in Dresden hat sich der Fermentation verschrieben und Produkte wie Kombucha (fermentiertes Teegetränk), Kimchi, Kefir und auch Sauerkraut im Angebot.

Infos: elb-ferment.de

Terrapy: Selbermachen und naturbelassen

Auch fermentierte Lebensmittel können selber gemacht werden. (Symbolfoto)
Auch fermentierte Lebensmittel können selber gemacht werden. (Symbolfoto)  © IMAGO/Zoonar

Abgeleitet von "Terra" (dt.: Erde) zielt dieser Trend aufs Selbermachen und Naturbelassenheit (mit möglichst kurzer Zutatenliste) ab. "Man kann vieles selber machen, auch fermentierte Lebensmittel", rät Madlen Stimming.

Bei der Fermentation, zum Beispiel von Gemüse, bestehe auch so gut wie keine Gefahr für Botulismus, eine lebensgefährliche Vergiftung, weil beim Verfahren der pH-Wert gesenkt wird, was die unerwünschten Bakterien gar nicht mögen. Generell gelte: "Man muss sich an ein paar Grundregeln halten, um ein sicheres Lebensmittel zu erhalten", warnt die Expertin. Dazu gehöre, saubere Gläser zu benutzen, der richtige Salzgehalt und das luftdichte Verschließen.

Lokale Umsetzung:

• Zahlreiche Unternehmen bieten Workshops an, zum Beispiel "Elb-Ferment" oder auch der "Wandelgrund", ein grüner Lernort am Dresdner Stadtrand.

Infos: wandelgrund.org

Snackification

Auch ein Snack muss nicht ungesund sein. (Symbolfoto)
Auch ein Snack muss nicht ungesund sein. (Symbolfoto)  © 123RF

Schnell mal einen Snack für zwischendurch, aber bitte mit hochwertigen Lebensmitteln - das ist der Trend Snackification. So werden Convenience-Produkte gesünder. Stimming: "Ein schneller Snack kann genüsslich sein, aber auch einen hohen Gesundheitswert haben."

Lokale Umsetzung:

• Der Leipziger Familienbetrieb "Käse Lehmann" hat mit seinem "Pfefferduo" einen käsigen Snack im Portfolio, den man auch gebacken als knusprige Chips genießen kann.

Infos: kaese-lehmann.com

Die Duale Hochschule Sachsen

An diesem Wochenende präsentiert sich die DHSN auf der Ausbildungs- und Studienmesse "mach was!" (10-16 Uhr) in der Messe Chemnitz.
An diesem Wochenende präsentiert sich die DHSN auf der Ausbildungs- und Studienmesse "mach was!" (10-16 Uhr) in der Messe Chemnitz.  © Thomas Türpe

Die Duale Hochschule Sachsen ist an sieben Standorten in Sachsen vertreten. Studierende können aus über 50 Studienangeboten aus den Bereichen Wirtschaft, Technik sowie Sozial- und Gesundheitswesen wählen.

Am Standort Dresden ist unter anderem der Studiengang Lebensmittelmanagement vertreten. Studienstart für das dreijährige duale Studium ist der 1. Oktober. "Wir sind immer auch auf der Suche nach Praxispartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette", wirbt Madlen Stimming.

Infos: dhsn.de

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, picture alliance/dpa, IMAGO/Zoonar, 123rf

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