Militärhubschrauber über sächsischem Wohngebiet unterwegs: Was war hier los?
Hohenstein-Ernstthal - Dieser Hubschrauberflug der Bundeswehr sorgte am Dienstagvormittag in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) für verwunderte Blicke: Die Maschine flog am Dienstagvormittag ungewöhnlich tief über bewohntes Gebiet. Was war da los?
Gegen 10.34 Uhr war der Helikopter im Bereich Hermsdorf nahe Hohenstein-Ernstthal unterwegs. Anwohner berichten, dass die Maschine direkt über Hohenstein-Ernstthal flog.
Wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf TAG24-Nachfrage mitteilte, handelte es sich um einen Hubschrauber vom Typ CH53 des Hubschraubergeschwaders (HSG) 64 aus Holzdorf (an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt).
Das Besondere: Die Maschine flog laut Luftfahrtamt der Bundeswehr nur etwa 110 Meter über dem Boden. Dabei war sie rund 248 km/h schnell.
Normalerweise gilt über bewohntem Gebiet für Hubschrauber eine Mindesthöhe von 150 Metern. Warum flog die Bundeswehrmaschine deutlich niedriger?
Die Bundeswehr erklärt: Der Flug gehöre zum normalen Übungs- und Ausbildungsbetrieb. Für Hubschrauber gelten allerdings besondere Regeln. Wenn sie für militärische Zwecke unterwegs sind, dürfen sie auch deutlich tiefer fliegen.
"Selbstverständlich wird versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen", heißt es dazu. Doch Deutschland ist dicht besiedelt. Deshalb lässt es sich bei militärischen Übungsflügen nicht immer vermeiden, dass Hubschrauber auch über bewohntem Gebiet unterwegs sind - in bestimmten Fällen auch in geringer Höhe.
Hubschrauberflüge zu Übungszwecken "unumgänglich"
Klar, dass ein solcher Hubschraubereinsatz bei Anwohnern möglicherweise auch zu Unmut führt. Doch das Luftfahrtamt der Bundeswehr betont, wie wichtig solche Übungen sind.
"Zwar werden heute bereits große Teile der fliegerischen Ausbildung ressourcen- und umweltschonend unter Nutzung von Simulatoren durchgeführt; die Durchführung von Übungseinsätzen in einem realen Umfeld bleibt dennoch unumgänglich, um eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf internationale Einsätze zur Krisenbewältigung für die Streitkräfte sicherzustellen", heißt es.
Übrigens: Auch Kampfflieger sorgen in Sachsen immer wieder für Aufsehen. Diese sind ebenso meist zu Übungs- und Ausbildungszwecken unterwegs.
Titelfoto: Bildmontage: Andreas Kretschel (2)