Zwickau - Wenn auf der Bühne die Scheinwerfer aufflammen, beginnt hinter den Kulissen eine zweite Show. In der Zwickauer "Sparkassen-Arena" (bis vergangenes Jahr Stadthalle) werden Strom, Heizung und Belüftung inzwischen genau auf das jeweilige Spektakel zugeschnitten. Jetzt zog das Hallenmanagement den "grünen" Vorhang auf und zeigte, wie nachhaltig in Zwickau-Schedewitz gefeiert wird.
"Die Halle ist zu großen Teilen Selbstversorger", sagt André Hentschel (56), Technik-Chef von Strom- und Wärmelieferant Zwickauer Energieversorgung (ZEV). "Wir erreichen beim Strom eine Selbstversorgungsquote von rund 75 Prozent."
Über dem Parkplatz nebenan fängt seit zwei Jahren eine XXL-Photovoltaikanlage die Sonne ein. Sie liefert jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom. Zwei neue Batteriespeicher springen ein, wenn die Solarmodule nichts produzieren.
Bei großen Musikshows mit Licht, Verstärkern und aufwendiger Bühnentechnik reicht die Sonnenenergie allerdings nicht aus – dann kommt zusätzlicher Strom aus dem Netz.
Eine ausgeklügelte Gebäudeautomation steuert außerdem Heizung, Lüftung, Klima, Elektrotechnik und Beleuchtung. "Wir bringen nur die Energie- und Luftmengen in das Gebäude, die für die jeweilige Veranstaltung gebraucht werden", erklärt Holger Walzog (63) vom Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.
Vorbereitete Szenarien lassen sich je nach Veranstaltung per Knopfdruck auswählen.
Arena-Sprecherin: "Wir wollen das tun, was möglich und sinnvoll ist"
Zum grünen Weltmeister will sich die Sparkassen-Arena dennoch nicht erklären. "Unser Anspruch ist nicht, am lautesten zu rufen: Wir sind die Tollsten", sagt Arena-Sprecherin Monique Riemenschneider (49). "Wir wollen das tun, was möglich und sinnvoll ist."
Dazu gehören auch kurze Lieferwege: Getränke und Lebensmittel kommen überwiegend aus der Region, selbst in den Sanitärbereichen wird Recyclingpapier verwendet.
Als die Stadthalle im Jahr 2000 eröffnete, war diese Entwicklung noch nicht abzusehen. "Damals war überhaupt nicht vorhersehbar, wie sich die Halle entwickeln würde", erinnert sich Riemenschneider.
"Aber wir sind nie stehen geblieben. Wir haben immer versucht, uns weiterzuentwickeln und zu schauen, was uns voranbringt."