Mit XXL-Photovoltaikanlage: Diese neue Stadthalle versorgt sich fast selbst

Zwickau - Wenn auf der Bühne die Scheinwerfer aufflammen, beginnt hinter den Kulissen eine zweite Show. In der Zwickauer "Sparkassen-Arena" (bis vergangenes Jahr Stadthalle) werden Strom, Heizung und Belüftung inzwischen genau auf das jeweilige Spektakel zugeschnitten. Jetzt zog das Hallenmanagement den "grünen" Vorhang auf und zeigte, wie nachhaltig in Zwickau-Schedewitz gefeiert wird.

Schattenspender und Stromlieferant zugleich: Das riesige Solardach überspannt einen Großteil des Parkplatzes hinter der Arena.  © Ralph Kunz

"Die Halle ist zu großen Teilen Selbstversorger", sagt André Hentschel (56), Technik-Chef von Strom- und Wärmelieferant Zwickauer Energieversorgung (ZEV). "Wir erreichen beim Strom eine Selbstversorgungsquote von rund 75 Prozent."

Über dem Parkplatz nebenan fängt seit zwei Jahren eine XXL-Photovoltaikanlage die Sonne ein. Sie liefert jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom. Zwei neue Batteriespeicher springen ein, wenn die Solarmodule nichts produzieren.

Bei großen Musikshows mit Licht, Verstärkern und aufwendiger Bühnentechnik reicht die Sonnenenergie allerdings nicht aus – dann kommt zusätzlicher Strom aus dem Netz.

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Eine ausgeklügelte Gebäudeautomation steuert außerdem Heizung, Lüftung, Klima, Elektrotechnik und Beleuchtung. "Wir bringen nur die Energie- und Luftmengen in das Gebäude, die für die jeweilige Veranstaltung gebraucht werden", erklärt Holger Walzog (63) vom Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.

Vorbereitete Szenarien lassen sich je nach Veranstaltung per Knopfdruck auswählen.

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Von außen eine Veranstaltungshalle, hinter den Kulissen ein kleines Energiekraftwerk: die Zwickauer "Sparkassen-Arena".  © Ralph Kunz
Kennt das technische Innenleben der Arena: Holger Walzog (63) vom Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.  © Ralph Kunz
Das steckt in den grauen Kästen: ZEV-Technikchef André Hentschel (56, l.) erklärt Arena-Chef Jürgen Flemming (63) die Funktionsweise der Batteriespeicher.  © Ralph Kunz

Arena-Sprecherin: "Wir wollen das tun, was möglich und sinnvoll ist"

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert für die Halle im Einsatz: Monique Riemenschneider (49) ist heute Prokuristin beim städtischen Eventvermarkter Kultour Z.  © Ralph Kunz

Zum grünen Weltmeister will sich die Sparkassen-Arena dennoch nicht erklären. "Unser Anspruch ist nicht, am lautesten zu rufen: Wir sind die Tollsten", sagt Arena-Sprecherin Monique Riemenschneider (49). "Wir wollen das tun, was möglich und sinnvoll ist."

Dazu gehören auch kurze Lieferwege: Getränke und Lebensmittel kommen überwiegend aus der Region, selbst in den Sanitärbereichen wird Recyclingpapier verwendet.

Als die Stadthalle im Jahr 2000 eröffnete, war diese Entwicklung noch nicht abzusehen. "Damals war überhaupt nicht vorhersehbar, wie sich die Halle entwickeln würde", erinnert sich Riemenschneider.

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"Aber wir sind nie stehen geblieben. Wir haben immer versucht, uns weiterzuentwickeln und zu schauen, was uns voranbringt."

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