Zwickau - Ein halber Becher Schmand, zwei Möhren, Kartoffeln von gestern: Der Kühlschrank ist nicht leer - nur die Ideen fürs Abendessen sind es. Damit Reste im Kochtopf statt im Müll landen, hat das Zwickauer Rezeptportal eat.de einen digitalen Küchenhelfer entwickelt. Der Anlass: die am Dienstag beginnende bundesweite Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!".
"Wir haben immer wieder Feedback bekommen, dass genau das fehlt", sagt eat.de-Chef Marcel Klitzsch (39).
Die App funktioniert einfach: vorhandene Zutaten eingeben, Kochzeit wählen und bei Bedarf nach vegetarisch, vegan oder laktosefrei filtern. Dann kommen Rezepte, die möglichst viele der Zutaten verwenden. Kostenlos, ohne Nutzerkonto und auch nach der Aktionswoche verfügbar.
"Es ist keine KI, es werden keine neuen Rezepte generiert", betont Klitzsch. Grundlage sind mehr als 6000 in Zwickau entwickelte und getestete Rezepte.
Der Chef hat selbst probiert: "Bei meinen Beispielen konnte ich bis jetzt immer eine gute Möglichkeit finden, um wirklich ein schmackhaftes Essen draus zu machen."
Seit 2020 ist aus dem Start-up ein Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern geworden. Sie entwickeln Rezepte, kochen und überarbeiten sie nach Nutzerhinweisen. Jede Woche kommen neue Gerichte dazu.
Vorgesehen sind gemeinsame Rezeptsammlungen, Partyplanung mit Gästen und Einkaufslisten
Täglich erreichen das Team laut Klitzsch rund 30 Kommentare oder mehr. Klappt etwas beim Nachkochen nicht, wird mit der Küche nachgeforscht. "Wir antworten tatsächlich auf jeden Kommentar ganz persönlich", sagt er.
Das Portal lebt vor allem von Werbung. Doch der Online-Markt verändert sich rasant. "Die Stürme drumherum, die nehmen zu", sagt Klitzsch.
Zuversichtlich bleibt er: Das kleine Team könne eat.de eigenständig weiterentwickeln.
Vorgesehen sind gemeinsame Rezeptsammlungen, Partyplanung mit Gästen und Einkaufslisten für die Wochenküche.
Denn Essen ist für Klitzsch mehr als Sattwerden: "Ich würde mich freuen, wenn meine Kinder irgendwann sagen: Bei Mama und Papa gab es diese Gerichte, und die wollen wir auch wieder so kochen."