Trägerverein der Tafel in Zwickau ist insolvent
Zwickau - Die Zwickauer Tafel versorgt Bedürftige mit Lebensmitteln - doch jetzt ist die Einrichtung selbst in der Krise: Der Trägerverein "Gemeinsam Ziele erreichen" hat Insolvenz angemeldet. Probleme hatten sich bereits 2025 angekündigt.
Der Insolvenzantrag ging in der vergangenen Woche beim Chemnitzer Amtsgericht ein. "Der Verein befürchtet, dass er zahlungsunfähig ist", erklärt Gerichtssprecherin Birgit Feuring (59).
Es wurde bereits ein Anwalt vom Gericht beauftragt, die Insolvenzgründe zu prüfen. Laut Feuring gäbe es für eine Pleite drei Möglichkeiten: Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.
"Wir haben eine positive Fortführungsprognose erhalten", sagte der Chef des Trägervereins Jens Juraschka (51) zur "Freien Presse".
Jedoch sollen Löhne an die Mitarbeiter erst ausgezahlt werden können, wenn es dafür vom Gericht die Bewilligung gäbe. Der Insolvenzgutachter widerspricht hingegen Juraschkas Darstellung.
Eine TAG24-Anfrage zum Insolvenzantrag und zur gegenwärtigen Situation ließ Juraschka am Freitag unbeantwortet.
Wie es mit dem Trägerverein und mit der Tafel weitergeht, ist ungewiss
Die Tafel musste bereits 2025 zum ersten Mal Verluste verbuchen. Juraschka führte dies im März unter anderem auf gestiegene Transportkosten zurück.
Eine Versammlung von Tafel-Mitarbeitern und Jugendsozialarbeitern zur Zahlung von Löhnen endete am Donnerstag laut "Freie Presse" vorzeitig und ohne Ergebnis.
In der Regel dauert die Insolvenzprüfung sechs Wochen.
Wie es mit dem Trägerverein und mit der Tafel weitergeht, ist also weiterhin ungewiss.
Titelfoto: Kristin Schmidt

