Zwickau - Ein kleiner Pilot startet mitten in den größten Turbulenzen der Zwickauer Mauritius-Brauerei! Mit Blick auf den 100. Geburtstag des Zwickauer Flugplatzes hat das insolvente Traditionsunternehmen sein neues Räuchermännchen vorgestellt. Die Holzfigur ist bereits Nummer 21 der beliebten Sammelreihe- und zugleich ein Zeichen: In der Talstraße wird weiterhin gebraut.
"Warum sollten wir kein Räuchermännchen machen? Der Geschäftsbetrieb läuft ja weiter", sagt Mauritius-Chef Jörg Dierig (57). Die Holzfigur gehört traditionell zum Verkaufsstart des Zwickauer Winterbiers und ist nicht zu kaufen.
Sammler müssen 120 Kronkorken zusammentragen und diese in der Brauerei abgeben oder einschicken. "Ich könnte mir vorstellen, dass es diesmal wieder sehr begehrt sein wird."
Doch über der fröhlichen Sammelaktion hängt der Schatten der Insolvenz. Mauritius musste im März wegen einer Liquiditätslücke diesen Schritt gehen. Seit Juni läuft das reguläre Verfahren.
Am 1. September gaben die Gläubiger grundsätzlich grünes Licht für einen Verkauf. Mindestens drei Millionen Euro soll demnach ein Investor für Brauereibetrieb, Grundstück und Produktionsanlagen zahlen. Wer einsteigen könnte, bleibt offen. "Das Unternehmen befindet sich aktuell noch im Sanierungsprozess", heißt es kurz und bündig vom Insolvenzverwalter.
Dierig versichert: "Der Geschäftsbetrieb läuft gut, wir liegen auf Vorjahresniveau. Es fühlt sich fast alles an wie immer." Doch die Unsicherheit für die 51 Beschäftigten sei stets dabei. "Wir müssen jedem beweisen, dass alles gut weiterläuft", sagt Dierig.
Sein Motto: "Jetzt erst recht! Wir stecken den Kopf nicht in den Sand." Er sei zuversichtlich, dass Mauritius wieder auf sicheren Kurs komme: "Der Blick geht zum Horizont."