Zwickau - Der Patient aus Beton gibt keine Ruhe: Die Zwickauer Glück-Auf-Brücke wird erneut geöffnet, angebohrt und abgehört.
Laut Rathaus entnehmen Experten bis 2. Oktober weitere Materialproben und montieren ein Überwachungssystem, das den Zustand der größten Zwickauer Brücke künftig rund um die Uhr kontrollieren soll.
Der Aufwand kommt nicht von ungefähr. In der 1979 eröffneten Spannbetonbrücke steckt Hennigsdorfer Spannstahl - jener problematische Stahltyp, der auch in Dresdens eingestürzter Carolabrücke verbaut war.
Seit Spätsommer 2025 wird Zwickaus größte Brücke deshalb besonders gründlich untersucht.
Die bisherigen Befunde sind zwiespältig: Die Stadt sieht derzeit "keine Gefahr im Verzug". Materialtests ergaben jedoch Hinweise auf möglicherweise schädliche chemische Reaktionen im Beton. An stark belasteten, schwer einsehbaren Stellen blieben zudem Fragezeichen. Laster ab 40 Tonnen dürfen bereits nicht mehr über die Brücke.