Von Thomas Eßer
Paris - Isabel Gose (24) und Maya Werner (21) stockten ihr beeindruckendes Medaillenkonto weiter auf, Olympiasieger Lukas Märtens (24) freute sich über Bronze: Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer haben einen starken Abschluss einer glänzenden Europameisterschaft in Paris gefeiert.
Angefeuert von Überflieger Johannes Liebmann (19), der als Zuschauer auf der Tribüne mitfieberte, und vor Tausenden enthusiastischen Sportfans gewann Gose ihre dritte Silbermedaille im EM-Becken. Werner wurde zum dritten Mal Dritte und Märtens holte im letzten Rennen doch noch die ersehnte Einzelmedaille.
"Dafür, dass ich heute früh mich kaum bewegen konnte, habe ich das gut durchgezogen", sagte Magdeburgs Goldjunge Märtens und lächelte. Sein Fazit: "Wir haben als Team einfach super abgerissen." Für Liebmann galt das ganz besonders.
Der 19-Jährige, der zweimal Gold gewann und einen Fabel-Weltrekord über 1500 Meter Freistil aufstellte, überstrahlte die Titelkämpfe in der prächtigen Pariser Halle aus deutscher Sicht.
14 Medaillen holten die deutschen Beckenschwimmerinnen und -schwimmer in der französischen Hauptstadt - zweimal Gold, sechsmal Silber und sechsmal Bronze stehen in der Bilanz. Das kann sich sehen lassen und auch einen Effekt auf die Zukunft haben.
"Der Schub soll natürlich Richtung LA gehen", sagte Leistungssportdirektor Christian Hansmann (49) mit Blick auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren in Los Angeles.
Deutsches Team holt 14 Medaillen bei EM in Paris
Wenn es in der kalifornischen Metropole um die wichtigsten Titel geht, wird Liebmann gerade mal 21 Jahre alt sein und noch mehr Erfahrung gesammelt haben.
Liebmanns Geschichte der Tage im Centre Aquatique Olympique liest sich wie ein Märchen: Gold über 1500 Meter Freistil mit Weltrekord, zuvor der Titel über 800 Meter Freistil mit Europarekord.
Der Norddeutsche, der wie auch Märtens, Gose und Werner beim SC Magdeburg trainiert, hat bei seiner ersten Europameisterschaft der Elite auf der Langbahn erreicht, wovon fast alle seiner Kollegen eine ganze Karriere lang nur träumen können.
Neben ihm prägten vor allem Gose mit dreimal Silber, Werner mit dreimal Bronze und Sven Schwarz (24) mit Silber die Beckenrennen aus deutscher Sicht. Gose holte zudem zweimal Gold im Freiwasser.
Ihr Ex-Freund Märtens verpasste ein Ziel. Hätte er den Titel über 400 Meter geholt, wäre er gleichzeitig Olympiasieger, aktueller Weltmeister, Europameister und Weltrekordhalter gewesen.
Mit insgesamt dreimal Edelmetall war der 24-Jährige trotzdem zufrieden. Mit der Mixed-Staffel hatte er zuvor über 4x200 Meter Freistil Silber, mit den Männern über die gleiche Distanz Bronze gewonnen.