Das rät Experte Spengemann den Monarchs und den Royals vor dem "Schwergewichtskampf"
Dresden - Das nächste Mega-Duell! Wie schon in den vergangenen zwei Jahren spielen die Dresden Monarchs und die Potsdam Royals das Finale um die Deutsche Meisterschaft im American Football aus. Experte Carsten Spengemann erklärt im TAG24-Interview, was es für beide Teams am 3. Oktober im GFL Bowl braucht.
TAG24: Sie meinten vor der Saison, dass die Leistungsdichte in der Liga gestiegen ist. Deckt sich Ihre Vorhersage mit der Realität?
Spengemann: "Das Einzige, was sich nicht mit der Realität deckt, ist, dass ein, zwei Teams nicht so gut performt haben, wie ich es erwartet habe. Da war ich tatsächlich ein bisschen irritiert. Aber so war das schon eine spannende Saison, die ich im Nachgang tatsächlich so abhake: Ja, das war genau so, wie ich es erwartet habe. Das war Werbung für den Sport."
TAG24: Und doch stehen wieder Dresden und Potsdam im Finale. Verdient?
Spengemann: "In der Gesamtheit tatsächlich. Man sagt ja immer, Defense wins Championships. Das, was nach der Niederlage von Potsdam in dieser Hitzeschlacht gegen Dresden dort passiert ist, ist wirklich phänomenal. Dort sind lauter Individualisten, die alle exorbitant gute Football-Spieler sind, die zusammengewachsen und ein System geschaffen haben, was wirklich ein Bollwerk ist. Deswegen steht Potsdam zu Recht vor der möglichen Titelverteidigung. Und Dresden auch zu Recht im Finale, weil sie hinten raus, also speziell dann zum Ende der Saison, den besten Football gespielt haben, den sie konnten."
TAG24: Besteht nicht trotzdem die Gefahr, dass dieses dritte Finale in Serie die Liga langweilig macht?
Spengemann: "Letztes Jahr hatten wir eine traumhafte Quote. Ich schätze mal, dass wir dieses Jahr noch mehr haben werden. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, jedes Jahr machen es diese beiden Teams richtig spannend. Da war jetzt kein Blowout dabei, da war nie etwas dabei, was deutlich war. Die Zuschauer wollen im Finale den besten Football sehen und den kriegen sie tatsächlich von Potsdam und Dresden serviert. Was 2027 ist, da werden die Karten komplett wieder neu gemischt."
Dresden Monarchs oder Potsdam Royals? Wer hat die Nase am Ende vorn?
TAG24: Vergangene Saison war Dresden fast dran, eine Verletzung hat sie gestoppt. Wird es dieses Jahr anders laufen?
Spengemann: "Ich glaube, es wird genauso eng wie letztes Jahr. Jeder, der letztes Jahr Dresden und Potsdam gesehen hat, weiß, was für ein geiles Footballspiel das war und was für Kleinigkeiten diese Partie entschieden haben. Und ich glaube, das wird dieses Jahr genauso sein. Rocky Lombardi ist präziser mit Montigo Moss und hat da so tolle Anspielstationen. Diese Potsdamer Defense musst du erst mal schlagen. Genauso ist es aber auch andersrum. Dresden spielt auch extrem gute Defense, und Potsdams Quarterback muss auch erst mal fehlerfrei den Ball an den Mann bringen. Und deswegen glaube ich, das wird wie so ein Schwergewichtskampf, das wird ein Abtasten, wo dann am Ende ein Wirkungstreffer entscheidet."
TAG24: Was braucht es für einen Dresdner Sieg?
Spengemann: "Ein, zwei richtige Plays. Ein, zwei tolle Einzelleistungen von Janne Särkelä & Co., von vielleicht Tyler Hudson, der als Return-Specialist einmal durchbricht. Es braucht einen Rocky Lombardi, der einen richtig guten Tag haben muss. Und dann bedarf es der Passverteidigung der Dresdner. Wenn die ihr A-Game mitbringen, dann kann Dresden das Ding gewinnen."
TAG24: Was braucht es für einen Potsdam-Sieg?
Spengemann: "Dieselbe Defense-Leistung, die sie in den Wochen zuvor gezeigt haben. Die es Quarterbacks sehr, sehr schwer macht, diese Defense zu lesen und zu verstehen, und die sie in Fehler zwingt. Ein, zwei forcierte Fehler, den Ball zurückzuholen für die Offense der Royals. Und dann vorlegen. Um das Stadion und diesen Hexenkessel von Dresden stillzukriegen, musst du vorlegen. Das heißt, Potsdam muss in Führung gehen und dann mit der Führung Football spielen."
Titelfoto: Lutz Hentschel

