Kölscher Jung will NFL aufmischen: Marlin Klein fiebert Debüt entgegen

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Von Christian Johner

Houston (USA)/Köln - Der Kölner Marlin Klein wagte vor sieben Jahren die Reise ins Ungewisse, um sich den Traum vom NFL-Profi zu erfüllen. Nun ist er seinem Ziel so nah wie nie zuvor.

Mit 1,98 Meter und 113 Kilogramm auf der Waage gilt Marlin Klein (23) als Modellathlet.
Mit 1,98 Meter und 113 Kilogramm auf der Waage gilt Marlin Klein (23) als Modellathlet.  © Houston Texans/dpa

Der 23 Jahre alte Tight End steht im Kader der Houston Texans, die am ersten Spieltag zu Hause auf die Buffalo Bills treffen (Sonntag, 19 Uhr).

"Ich liebe es hier unten und hoffe, für immer hierbleiben zu können", sagte Klein voller Vorfreude in der Vorbereitung auf die neue NFL-Saison. Der 1,98 Meter große und etwa 113 Kilogramm schwere Musterathlet fiebert einem möglichen Debüt entgegen.

Das deutsche Football-Talent verließ vor sieben Jahren sein Heimatland - mit damals noch vollkommen offenem Ausgang. "Ich bin nach Hause gegangen und habe meinen Eltern gesagt, dass ich in die USA ziehen werde. Wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt, haben meine Mutter und mein Vater mich angesehen und gedacht, ich sei verrückt", erklärte Klein. 

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Doch der Rheinländer hatte seinen eigenen Kopf, ließ sich von seinem Weg nicht abbringen. "Zwei Monate später saß ich in einem Flugzeug nach Atlanta im Bundesstaat Georgia. Als ich im August 2019 dort landete, stellte ich fest, dass ich überhaupt kein Englisch sprechen konnte."

Der 23-jährige Tight End schaffte es mit guten Leistungen in den 53-Mann-Kader der Houston Texans.
Der 23-jährige Tight End schaffte es mit guten Leistungen in den 53-Mann-Kader der Houston Texans.  © Houston Texans/dpa

NFL-Experte warnt vor zu hohen Erwartungen an Marlin Klein

RTL/Sky-NFL-Experte Marcel Dabo (26) hofft, dass die Erwartungen an den Kölner nicht zu hoch sind. (Archivfoto)
RTL/Sky-NFL-Experte Marcel Dabo (26) hofft, dass die Erwartungen an den Kölner nicht zu hoch sind. (Archivfoto)  © Bernd Weißbrod/dpa

Es sei eine "sehr einsame Zeit gewesen", berichtete Klein. Fern von der Familie in einem fremden Land. "Aber es war ein Segen – und eine ziemlich außergewöhnliche Geschichte." Denn Klein verbesserte nicht nur Stück für Stück sein Englisch, sondern auch sein Spiel mit dem Ei. Erst an einer Highschool im US-Bundesstaat Georgia, dann bei den Michigan Wolverines im College-Football, mit denen er in der Saison 2023 sogar die nationale College-Meisterschaft bejubelte.

Der Tight End machte durch seine Leistungen auch die NFL-Teams auf sich aufmerksam. Im Frühjahr wurde er von den Texans an 59. Stelle im Draft ausgewählt, zuletzt überstand er den sogenannten Roster Cut und schaffte es in den vorläufigen 53-köpfigen Kader der Texaner.

"Es ist schwierig für mich jetzt zu sagen, das wird in die Richtung gehen oder die Richtung gehen, aber ich bin auf jeden Fall zuversichtlich", sagte RTL/Sky-NFL-Experte Marcel Dabo (26), der selbst drei Jahre von 2022 bis 2025 bei den Indianapolis Colts unter Vertrag stand. In den 53-Mann-Kader schaffte er es aber nie.

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"Das ist eine Wahnsinnsleistung, in den 53-Mann-Kader zu kommen. Das haben nicht viele geschafft", sagte Dabo, der aber vor zu großen Erwartungen warnt. "Ich glaube, wenn wir von unserer Seite auch die Erwartungshaltung nicht so wahnsinnig hochschrauben, sondern einfach mal Schritt für Schritt das Ganze beobachten, einfach Woche für Woche. Ich glaube, dann wird das was."

Klein ist neben Star-Receiver Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions und Offensive Tackle Brandon Coleman von den Washington Commanders der dritte deutsche Spieler, der in der neuen Saison in der NFL spielt. 

Titelfoto: Bildmontage: Houston Texans/dpa (2)

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