Darts-Star Anderson erklärt Medien-Boykott: "Einjähriger könnte bessere Fragen stellen"
Schottland - Um Gary Anderson (55) ist es ruhig geworden. Der "Flying Scotsman" ließ dieses Jahr zahlreiche Turniere aus, hat sich allerdings auch ganz bewusst aus der öffentlichen Schusslinie der Medien genommen. Jetzt begründete der Darts-Star diesen Schritt.
Beim World Matchplay im Juli boykottierten der Doppel-Weltmeister und andere Spieler die Pressevertreter sogar gänzlich und lehnten alle Interviewanfragen ab. Der Grund sind die schlechten Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit.
"Ich muss aufpassen, was ich sage. Obwohl, das mache ich sonst eigentlich auch nie", begann der 55-Jährige bei einem Interview mit "Online Darts". Mit den renommierten Journalisten habe der Schotte auch gar kein Problem. "Aber da kommen Jungs, die wir nicht kennen, mit einem Handy auf einem Tripod."
"Und manche Fragen, die sie uns stellen. Ein Einjähriger könnte bessere Fragen stellen", wetterte Anderson gegen die heutige Medienlandschaft bei Darts-Events.
"Wenn ihr eine gute Verbindung zu uns habt, dann rede ich mit euch, wenn nicht, dann tschüss", so die klare Ansage des Zehnten der Weltrangliste.
Gary Anderson konzentriert sich aktuell auf seine Familie
Allerdings sind die Medien nicht der Hauptgrund, warum sich Anderson in den vergangenen Monaten eher rar gemacht hat.
"Es ist unglaublich viel mit den Kindern. Manchmal kommen wir erst 21 Uhr oder 22 Uhr nach Hause. Reiten, Darts, Fußball mit Ty und so weiter", erklärte der Schotte seinen vollen Terminkalender. "Ich habe dieses Jahr sehr viele Turniere verpasst, aber das lag nur an mir selbst."
"Wenn mir jemand sagen kann, wie ich an zwei Orten gleichzeitig sein kann, nur zu", scherzte er weiter.
Bis zur WM dürften daher nicht mehr viele große Proben auf dem Programm von Anderson stehen, trotzdem ist der erfahrene Routinier von seinem Können überzeugt.
"Ich bin mittlerweile an einem Punkt, an dem ich aufkreuzen und absolut brillant spielen kann, oder ich kreuze auf und werfe absoluten Müll", sagte der 55-Jährige. "Klar sollte man schon üben, aber ich hab dafür einfach keine Zeit."
Titelfoto: Adam Davy/PA Wire/dpa

