Dramatische Szenen bei Ironman-WM auf Hawaii: Führende bricht wenige Meter vor dem Ziel zusammen

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Kailua-Kona (USA) - Am vergangenen Wochenende ging der wohl geschichtsträchtigste Triathlon der Welt in die nächste Runde und lieferte den Zuschauern herzzerreißende Geschichten entlang der 226 Kilometer langen Strecke. Am Ende stand die Deutsche Laura Philipp (39) nach einer wahnsinnigen Aufholjagd sogar auf dem Podium.

Weil 180 Kilometer allein nicht reichen, müssen die Athleten und Athletinnen auf dem Fahrrad auch noch 1772 Höhenmeter bewältigen. Die über 35 Grad Lufttemperatur machen es dabei nicht gerade einfacher.
Weil 180 Kilometer allein nicht reichen, müssen die Athleten und Athletinnen auf dem Fahrrad auch noch 1772 Höhenmeter bewältigen. Die über 35 Grad Lufttemperatur machen es dabei nicht gerade einfacher.  © Sean M. Haffey / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Pünktlich um 6.30 Uhr eröffnete der historische Kanonenschuss die Weltmeisterschaft der Triathlon-Langdistanz auf Hawaii. Die insgesamt 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen (52 Männer und 48 Frauen) stürzten sich in das Meer vor Kailua-Kona.

Der hohe Wellengang und die rund 28 Grad Wassertemperatur machten das Schwimmen nicht gerade leicht. Doch bereits nach rund 48 Minuten verließen die ersten männlichen Teilnehmer das Wasser und somit den 3,8 Kilometer langen Schwimmkurs. Nach 51 Minuten folgte dann auch die erste Frau – Lucy Charles-Barcley (33) aus England.

Die beste Deutsche, Laura Philipp, machte sich mit einem Rückstand von 8 Minuten und 34 Sekunden auf die 180 Kilometer lange Radstrecke. Als die Erstplatzierte den Wendepunkt bei Kilometer 90 erreichte, lag Philipp rund 10 Minuten zurück auf Platz 15. Einen solchen Rückstand war selbst für die 39-Jährige als starke Läuferin nur schwer aufzuholen.

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Nach gut 5 Stunden und 36 Minuten verließ Taylor Knipp (28), welche nach einem starken Fahrrad-Stint die Führung übernommen hat, die Radstrecke. Alles, was sie jetzt noch von ihrem Triumph trennte, waren schlappe 42,2 Kilometer zu Fuß. Philipp startete auf Platz 10 in den Marathon. Dann kam die Zeit von Solveig Løvseth (27) – die Norwegerin arbeitete sich Stück für Stück durch das Feld und übernahm schließlich auch die Führung. Und auch die Deutsche flog über die Laufstrecke.

17,5 Kilometer vor dem Ziel rangierte die 39-Jährige auf Platz 4, doch damit gab sich die erfahrene Triathletin nicht zufrieden.

Laura Philipp (39) ist voll im Fokus und scheint auf den letzten Kilometern immer schneller zu werden. Geht noch was nach vorne?
Laura Philipp (39) ist voll im Fokus und scheint auf den letzten Kilometern immer schneller zu werden. Geht noch was nach vorne?  © EZRA SHAW / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Starke Norwegerin verlassen die Kräfte auf der Zielgeraden

Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit forderten ihren Tribut. Zuerst traf es die Drittplatzierte Lucy Charles-Barcley, welche völlig erschöpft am Straßenrand zusammensackte. Eine Chance für Phillip, die dadurch auf Platz 3 vorrückte.

Und auch an der Spitze wurde es dramatisch: Solveig Løvseth fing plötzlich an zu wanken, und brach schließlich zusammen. Immer wieder versuchte die 27-Jährige aufzustehen, doch ihre Beine wollten sie einfach nicht mehr tragen.

Glück für die Deutsche, welche nach 8 Stunden, 39 Minuten und 33 Sekunden als Zweitplatzierte die Ziellinie überquerte – was eine Leistung!

Er kann es selbst kaum glauben! Nach 7 Stunden, 47 Minuten und 30 Sekunden überquert der Franzose Vincent Luis (37) als erster Mann die Ziellinie und krönt sich somit zum neuen Ironman-Weltmeister.
Er kann es selbst kaum glauben! Nach 7 Stunden, 47 Minuten und 30 Sekunden überquert der Franzose Vincent Luis (37) als erster Mann die Ziellinie und krönt sich somit zum neuen Ironman-Weltmeister.  © Sean M. Haffey / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Dreifacher Weltmeister aus Deutschland muss seine letzte WM abbrechen

Auch wenn sich Patrick Lange (40) seinen Abschied anders vorgestellt hat, hat er allen bewiesen, was für ein Sportsmann er ist. (Archivbild)
Auch wenn sich Patrick Lange (40) seinen Abschied anders vorgestellt hat, hat er allen bewiesen, was für ein Sportsmann er ist. (Archivbild)  © EZRA SHAW / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Nicht nur die Frauen litten unter den harten Bedingungen, die auf der paradiesischen Insel herrschten. Der Deutsche Patrick Lange (40) hatte bereits im Vorhinein angekündigt, dass diese WM wahrscheinlich seine letzte sein wird. Grund genug, um noch einmal allen zu zeigen, was in ihm steckt.

So startete Lange mit einem richtig starken Schwimmen und verließ als Teil der Spitzengruppe nach gut 48 Minuten das Wasser. Doch auf dem Rad plagten ihn dann muskuläre Probleme.

Bereits bei Kilometer 68 hielt der dreifache Weltmeister am Seitenrand, um sich mit seinem Coach Ben Reszel zu beraten. Dabei fasste sich Lange immer wieder an seinen linken Oberschenkel. Der Muskel scheint zu streiken.

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Aber so leicht wollte sich der 40-Jährige nicht geschlagen geben. Er biss die Zähne zusammen und fuhr weiter, doch so sehr sein Kopf es auch wollte – sein Körper machte zu. Am Wendepunkt bei Kilometer 90 war dann Schluss. Lange verließ die Radstrecke und brach in Tränen aus. Es sollte sein letztes Rennen auf der großen Bühne von Kona werden, doch der Sieger von 2024 schaffte es nicht einmal ins Ziel – DNF.

Doch Lange bewies, dass man als großer Sportler nicht nur auf der Strecke Leistung erbringen kann. Einige Zeit später sah man den gebürtigen Hessen, wie er in einem Volunteer-Shirt an einer Versorgungsstation stand und seinen Kolleginnen und Kollegen auf der Strecke Becher mit Wasser reichte.

Titelfoto: Fotomontage: SEAN M. HAFFEY / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP, SEAN M. HAFFEY / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP, EZRA SHAW / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / G

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