Busse zerlegt, Fans erpresst und beklaut? Fußballlclub und Ultras sauer auf deutsche Polizei!

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Offenburg - Etwa 600 Fans von Olympique Lyon wurden am Donnerstagabend zum Nations-League-Duell bei Bundesligist 1899 Hoffenheim erwartet. Doch nicht alle kamen dort auch an. Verantwortlich dafür macht der französische Fußballlcub die deutsche Polizei.

Neben ihren schweren Vorwürfen veröffentlichte die Ultra-Gruppe "Bad Gones 1987" auch mehrere Bilder, die den Einsatz dokumentieren sollen.
Neben ihren schweren Vorwürfen veröffentlichte die Ultra-Gruppe "Bad Gones 1987" auch mehrere Bilder, die den Einsatz dokumentieren sollen.  © Facebook / Bad Gones 1987 - Officiel

Wie der Ligue-1-Verein in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme mitteilte, sollen Teile der eigenen Anhängerschaft "bislang ohne Erklärung" von Beamten der Bundespolizei an der Grenze festgehalten worden sein und die Partie deshalb verpasst haben.

Was genau dabei vorgefallen sein soll, schilderte die offenbar betroffene Ultra-Gruppe "Bad Gones 1987" in einem ausführlichen Statement.

130 ihrer Mitglieder seien demnach auf der Busfahrt nach Sinsheim einer "völlig unverhältnismäßigen und absurden Kontrolle unterzogen" worden.

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Verwundert zeigten sich die Anhänger vor allem deshalb, weil sie "in den letzten Jahren bereits zweimal nach Hoffenheim gereist waren, ohne jemals einer solchen Maßnahme ausgesetzt worden zu sein."

Was sich vor Ort aus ihrer Sicht abspielte, schilderte man anschließend genauer: "Die Polizei drang gewaltsam in unsere Busse ein, die Fans wurden einzeln herausgeholt, um ihre Ausweise zu kontrollieren und einer Leibesvisitation unterzogen, wie wir sie in fast 40 Jahren selten erlebt haben", berichtete die aktive Fanszene weiter und veröffentlichte dazu gleich mehrere Bilder des mutmaßlichen Einsatzes, auf denen schwer ausgerüstete Beamte, wohl auch einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), sowie auf dem Boden gestapelte Bussitze zu erkennen sind.

Bei dieser Darstellung beließen sie es aber nicht, legten mit weiteren schweren Anschuldigungen nach. So hätten "80 übereifrige Polizisten" die "Busse komplett durchwühlt, Akkus und externe Powerbanks gestohlen, versucht, von denen, die ihren Ausweis in Lyon zurückgelassen hatten, 40 € zu erpressen, und Quittungen für die beschlagnahmten 'gefährlichen Gegenstände' ausgestellt."

Dieses Foto zeigt offenbar von der Polizei entfernte Bussitze.
Dieses Foto zeigt offenbar von der Polizei entfernte Bussitze.  © Facebook / Bad Gones 1987 - Officiel

Bundespolizeiinspektion bestätigt Einsatz auf TAG24-Nachfrage

Nicht alle Lyon-Fans konnten das Spiel im badischen Sinsheim live mitverfolgen.
Nicht alle Lyon-Fans konnten das Spiel im badischen Sinsheim live mitverfolgen.  © IMAGO / Beautiful Sports

Konkret hätten die Beamten drei Messer, ein Flaschenöffner, eine Rauchbombe sowie drei Schlauchschals einkassiert, womit sich die Angaben mit denen eines Sprechers der Bundespolizeiinspektion Offenburg decken.

Auf TAG24-Nachfrage bestätigte dieser nämlich die Kontrolle und erklärte, dass dabei "einige gefährliche Gegenstände, Vermummungsgegenstände, Pyrotechnik sichergestellt" worden seien.

Ihm zufolge habe es am Grenzübergang bei Iffezheim (Landkreis Rastatt) eine "mehrstündige Kontrolle" der Busse gegeben.

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Zuvor seien die Fahrzeuge den Beamten im Zuge eines Schwerpunkteinsatzes zur "Verhinderung illegaler Migration" aufgefallen, daraufhin herausgewunken worden. Die Vorwürfe des Vereins wollte er allerdings "so nicht bestätigen". Mehr noch: "Die stimmen auch nicht so wie angegeben."

Auch die Anschuldigungen rund um die angeblich zerlegten Bussitze wies der Sprecher zurück: "Also, ich kann es jetzt nicht genau sagen, wie es jetzt in diesem speziellen Fall abläuft, aber in der Regel brauchen wir da nichts auf oder schrauben da nichts ab. Wir machen eine rein visuelle Kontrolle vom Ablagefach, vom Gepäckfach. Aber das wir jetzt da was aufschrauben, das ist eigentlich nicht der Fall."

Ultra-Gruppe "Bad Gones 1987" kehrte wieder um

Auf die Frage, wann die Kontrolle beendet gewesen sei, hatte er keine Antwort: "Man kann nur sagen, dass die relativ spät angekommen sind und dann aufgrund der vielen Feststellungen, die wir hatten in den Bussen, da wurde es halt knapp, die Anreise nach Sinsheim noch rechtzeitig zu schaffen".

Nach Darstellung der Ultras sei es erst gegen 20.40 Uhr so weit gewesen, also gerade einmal 20 Minuten vor Anpfiff. Für die Fans habe es deshalb "keinen Sinn" ergeben, die Fahrt fortzusetzen. Stattdessen seien sie umgekehrt, verpassten damit die 0:3-Pleite ihres Teams.

Titelfoto: Fotomontage (2): Facebook / Bad Gones 1987 - Officiel

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