Lens/Como - Da gehen einem fast die Superlative aus! Como 1907 hat in der allerersten Champions-League-Saison des Vereins gleich mal den Rekord für den höchsten Sieg in der Geschichte der Königsklasse gebrochen und RC Lens am Mittwochabend mit 9:1 aus der eigenen Arena geballert. Mittendrin war auch ein deutscher Profi: Marc-Oliver Kempf (31).
Und der Innenverteidiger köpfte in der 53. Minute des historischen Erfolgs auch noch zur zwischenzeitlichen 5:0-Führung ein. Es war sein erstes CL-Tor im zarten Fußballalter von 31 Jahren.
Am Ende bugsierten die Italiener das Leder satte neun Mal ins Netz der bemitleidenswerten Franzosen, denen lediglich ein Ehrentreffer gelang. Das schafften vorher in der 1992 reformierten Champions League tatsächlich nur die Bayern im September 2024 beim 9:2 gegen Zagreb.
Die Bestmarke des höchsten Sieges hielten jedoch der FC Liverpool sowie Real Madrid, die jeweils 8:0 gegen Besiktas Istanbul (2007) und Malmö FF (2015) gewannen. Rechnet man den Europapokal der Landesmeister als Vorgänger der Königsklasse noch ein, bleibt jedoch das 11:0 von Dinamo Bukarest aus der Saison 1973/74 gegen den nordirischen Vertreter Crusaders FC auf dem Rekord-Thron.
Kempf und seine Kollegen dürfte das aber kaum stören. Seit dem Wechsel des gebürtigen Hessen im Sommer 2024 von Hertha BSC an den Comer See läuft es für ihn ohnehin herausragend.
Marc-Oliver Kempf träumt weiter von der Nationalmannschaft
Der Abwehrmann etablierte sich beim damaligen Aufsteiger umgehend als Stammspieler und ist das bis heute geblieben. In etwas mehr als zwei Jahren absolvierte der Defensivspezialist aus der Jugend von Eintracht Frankfurt schon 79 Pflichtspiele.
Nach Rang zehn in der ersten Serie-A-Saison ging es weiterhin steil bergauf und als Vierter in die Champions League. Diesen Platz belegt Como auch aktuell im italienischen Oberhaus.
In der Gruppenphase der Königsklasse stehen die "Lariani" nach drei Siegen aus vier Partien sogar noch besser da und sind Dritter. Dabei traf die Mannschaft von Trainer Cesc Fabregas (39) ganze 19 Mal. Nur PSG hat eine Bude mehr auf dem Konto.
Viele Gründe also, warum Kempf zu Recht von großen Zielen träumt - auch ganz persönlich. Ins Aufgebot von Jürgen Klopp (59) für die anstehenden Länderspiele hat es der Linksfuß zwar nicht geschafft und als Routinier passt er auch nicht mehr unbedingt ins Anforderungsprofil des neuen Bundestrainers, aber abgeschlossen hat er mit dem DFB-Team trotzdem noch nicht.
"Sag niemals nie. Manchmal geschehen Zufälle, und dann kann es auch im Fußball ratzfatz gehen, und plötzlich stehe ich da. Man weiß es nicht, schauen wir mal", erklärte er kürzlich gegenüber dem "kicker".
Das Beispiel Niclas Füllkrug (33) hat schon gezeigt, dass er damit wohl recht hat.