Derby-Chaos kostet Fans und Kohle: DFB verhängt harte Strafe gegen Drittligist

Mannheim - Harte Strafe für Waldhof Mannheim! Nach den heftigen Ausschreitungen im Spiel der ersten DFB-Pokalrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern hat der Deutsche Fußball-Bund durchgegriffen und den Drittligisten nicht nur zur Kasse gebeten, sondern auch einen Zuschauerteilausschluss verhängt.

Das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern im August wurde von schweren Ausschreitungen überschattet.  © Uwe Anspach/dpa

Das teilten der Club sowie der DFB am Donnerstagnachmittag mit. Demnach müssen die Mannheimer wegen vier Fällen unsportlichen Verhaltens der eigenen Anhänger, zwei davon in Tateinheit mit einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst, insgesamt 100.000 Euro Strafe zahlen.

40.000 Euro davon können wie üblich für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden.

Außerdem beinhaltet das Urteil einen Zuschauerteilausschluss für zwei Partien, eine davon wird allerdings bis zum 31. Dezember 2028 auf Bewährung ausgesetzt.

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Beim nächsten Drittliga-Heimspiel am 25. Oktober gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim dürfen jedoch lediglich Sitzplatz-Dauerkarteninhaber für die Blöcke 1 bis 6 und 11 bis 18 sowie Stehplatz-Dauerkarteninhaber der nicht an den Ausschreitungen beteiligten Blöcke zusätzlich zu VIPs und Gästefans ins Carl-Benz-Stadion.

Der SVW hat das Urteil bereits akzeptiert, es ist also rechtskräftig. Darüber hinaus betonte der Club nochmals, dass "die Geschehnisse in keiner Weise mit den Werten und dem Selbstverständnis unseres Vereins vereinbar sind. Der SV Waldhof Mannheim steht für Leidenschaft, Emotionen und eine besondere Fankultur, nicht aber für Gewalt und die Gefährdung anderer Menschen."

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Waldhof Mannheim arbeitet daran, die Stadionsicherheit zu verbessern

Die Polizei war mit einer Reitstaffel im Einsatz, mehrere Beamte wurden leicht verletzt.  © Foto Huebner/dpa

Das Pokal-Derby im August gegen die "Roten Teufel" musste unmittelbar vor der Verlängerung für rund 35 Minuten unterbrochen werden, weil FCK-Anhänger und Waldhof-Fans Pyrotechnik auf das Spielfeld und in die Blöcke warfen. Etwa 30 vermummte Zuschauer stürmten anschließend auf den Rasen.

Schiri Robert Schröder (41) schickte die Mannschaften sofort in die Kabinen, während die Polizei mit Reitstaffeln und Pfefferspray versuchte, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Anhänger attackierten die Beamten dabei mit "Pyrotechnik, Sitzschalen und Fahnenstangen", wie es in der Urteilsbegründung heißt.

35 Polizisten wurden leicht verletzt, 85 weitere Menschen mussten medizinisch versorgt werden.

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"Waldhof Mannheim ist nun gefordert, die angeordneten Maßnahmen konsequent umzusetzen und gemeinsam mit seinen Fans, den Sicherheitsbehörden und dem DFB dafür zu sorgen, dass sich eine solche Eskalation nicht wiederholt", erklärte Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten.

"Bereits unmittelbar nach dem Pokalspiel wurden erste Konsequenzen gezogen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Stadionsicherheit eingeleitet. Der Verein steht hierzu weiterhin in engem Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden und unterstützt vollumfänglich die Aufklärung der Vorfälle", schrieben die Mannheimer wiederum in ihrem Statement.

Das Ermittlungsverfahren gegen Kaiserslautern läuft derweil noch, auch der Zweitligist muss mit einer Strafe rechnen.

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