Wie Dynamo einst: Bekommen auch Mannheim und Lautern eine Pokal-Sperre?
Dresden - Wohl alle im Dynamoland werden ganz genau hinschauen, wenn der DFB in den kommenden Wochen ein Urteil zum Skandal-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sprechen wird. Es geht dabei auch um einen Pokal-Ausschluss für beide Vereine in der kommenden Saison.
Der Dresdner Fan kennt das bereits. Dynamo wurde nach Vorfällen in Hannover im Herbst 2012 für den Wettbewerb 2013/14 gesperrt - die SGD galt nach Ausschreitungen im Jahr zuvor bei Borussia Dortmund als Wiederholungstäter. Bisher ist das einmalig in der deutschen Fußball-Geschichte.
Ausschreitungen sind nie zu tolerieren. Das war vor 14 Jahren der Fall, das war in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren so. Randalierende und um sich schlagende Fans haben in keinem Stadion etwas zu suchen, auch davor nicht. Leute, die weder auf anderes Eigentum noch auf Menschenleben achten, müssen hart bestraft werden.
Da aber in ganz seltenen Fällen der/die Täter ermittelt werden, bleibt die Strafe an den Vereinen hängen. Dynamo bezahlte allein für Vergehen der eigenen Fans in der Vorsaison knapp eine halbe Million Euro.
Die K-Blocksperre nach den Ausschreitungen im Heimspiel gegen die Hertha schwebt noch immer über dem Verein.
Ausschreitungen sind kein ostdeutsches Problem
Mannheim zeigt aber auch, und das vergessen handelnde Personen gern: Es ist kein ostdeutsches, sondern ein gesamtdeutsches Problem.
Das, was im Carl-Benz-Stadion am Freitagabend passierte, ist zu verabscheuen. Die Partie hätte vor der Verlängerung abgebrochen werden müssen. Zudem kommt, die Fan-Gruppen beider Kontrahenten sind keine Kinder von Traurigkeit, fallen immer wieder auf. Es war keine Premiere.
Reagiert der DFB korrekt, dürften sowohl Mannheim als auch Lautern 2027 nicht im Pokal antreten. Kommen beide mit Geldstrafen und/oder Blocksperren davon, bestätigt der DFB das Vorurteil, die westlichen Vereine zu bevorzugen. Deshalb werden viele aus dieser Region ganz genau auf das Urteil schauen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/photoarena, dpa/Uwe Anspach
