Nach frühem WM-Scheitern: Mit diesen Experten will der DFB aus der Krise

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat auf das frühe WM-Aus reagiert und für die angestrebte Neuausrichtung zwei Kommissionen gegründet.

DFB-Präsident Bend Neuendorf (61) präsentierte das Gremium am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main.
DFB-Präsident Bend Neuendorf (61) präsentierte das Gremium am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main.  © Arne Dedert/dpa

Eine interne Arbeitsgruppe soll sich nach der einvernehmlichen Trennung von DFB-Direktor Oliver Bierhoff mit der künftigen Struktur des Verbandes befassen.

Eine zweite Gruppe um externe Experten soll den DFB auf dem Weg zur Heim-EM 2024 in sportlichen Dingen beraten. Dies gab DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt.

Zum internen Beraterkreis gehören unter anderem EM-OK-Chef Philipp Lahm (39), DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich und der Aufsichtsratsvorsitzende der DFB GmbH und Co. KG, Alexander Wehrle (47).

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Die Expertengruppe unter der Leitung von Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke (63) bilden Karl-Heinz Rummenigge (67), Rudi Völler (62), Oliver Kahn (53), Matthias Sammer (55) und Oliver Mintzlatff (47).

Beide Arbeitskreise sollen sich laut Neuendorf noch vor Weihnachten erstmals treffen und dann zu Beginn des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen. "Wir brauchen jetzt einen Schulterschluss und müssen die Kräfte bündeln, um die EM 2024 zu einem Erfolg werden zu lassen", betonte der DFB-Präsident.

Das ist die Expertengruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): Witzke, Rummenigge und Kahn

Karl-Heinz Rummenigge (67) und Oliver Kahn (53) vom FC Bayern München gehören der neuen Expertengruppe an.
Karl-Heinz Rummenigge (67) und Oliver Kahn (53) vom FC Bayern München gehören der neuen Expertengruppe an.  © Andreas Gebert/dpa

Bernd Neuendorf (61, DFB-Präsident):

Nach nur neun Monaten im höchsten DFB-Amt muss Neuendorf gleich eine gravierende sportliche Krise managen. Auf internationalem FIFA-Parkett zahlte er in Katar Lehrgeld. Nun auf Expertise zu setzen, dürfte auch ein zwingender Schritt zum Selbstschutz sein.

Hans-Joachim Watzke (63, DFB-Vizepräsident/DFL-Aufsichtsratschef):

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Der Dortmunder Geschäftsführer ist eine Art erster Krisengewinner. Positionierte sich gleich nach dem Ausscheiden in Katar und hält durch Kontakte und Erfahrungen viele Fäden in der Hand. Ohne seine Zustimmung wird es kaum zu Entscheidungen kommen.

Karl-Heinz Rummenigge (67, ehemaliger Vorstandschef FC Bayern München):

Wenn es im deutschen Fußball brennt, ist Rummenigge als Retter praktisch immer dabei. Leitete schon 2000 die erste Task Force. Nun kommt er aus dem Münchner Club-Ruhestand auf die nationale Bühne zurück.

Oliver Kahn (53, Vorstandschef FC Bayern München):

Der einstige Torwart-Titan ist als Rummenigges Nachfolger im Bayern-Amt eine logische Besetzung für die Krisentruppe. Die Münchner müssen in so einem Gremium mitreden. Kahn kann sich nun profilieren.

DFB-Gremium: Auch Matthias Sammer, Rudi Völler und Oliver Mintzlaff dabei

Mit Matthias Sammer (55) sitzt ein ehemaliger DFB-Sportdirektor im Gremium.
Mit Matthias Sammer (55) sitzt ein ehemaliger DFB-Sportdirektor im Gremium.  © Sven Hoppe/dpa

Matthias Sammer (55, Berater Borussia Dortmund/Ex-DFB-Sportdirektor):

Seine Analysen und Kommentare werden von vielen geschätzt. Schonungslos ist Sammer. Eine Beraterrolle wie bei Borussia Dortmund ist für ihn perfekt. In die erste Reihe wie einst als Sportdirektor beim DFB oder bei den Bayern drängt es ihn nicht mehr.

Rudi Völler (62, ehemaliger Geschäftsführer Bayer Leverkusen/Ex-DFB-Teamchef):

Auch Völler kommt aus der Fußball-Rente. Wenige Monate nach seinem Abschied in Leverkusen ist "Tante Käthe" wieder da. Der Ex-Teamchef kennt den DFB in- und auswendig. Sein großes Standing bei den Fans ist ungebrochen.

Oliver Mintzlaff (47, ehemaliger Geschäftsführer RB Leipzig/Geschäftsführer Red Bull GmbH):

Im Red-Bull-Universum ist Mintzlaff gerade aufgestiegen. Als ehemaliger Leipzig-Boss hat er die genuinen Interessen der Profi-Clubs genau im Blick. Seine Berufung ist auch ein Beleg für die gestiegene Relevanz des RB-Projekts.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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