Axel Hellmann warnt: Darum ist der VfL Wolfsburg schlecht für den Frauenfußball

Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurts Spitzenfunktionär Axel Hellmann (51) sieht die Dominanz des VfL Wolfsburg im deutschen Frauenfußball kritisch für die Entwicklung der Sportart.

Durch die Dominanz des VfL Wolfsburg sieht Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann (51) die Attraktivität des Frauenfußballs in Deutschland gefährdet.
Durch die Dominanz des VfL Wolfsburg sieht Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann (51) die Attraktivität des Frauenfußballs in Deutschland gefährdet.  © Arne Dedert/dpa

Wenn sich die Erfolgsserie des deutschen Meisters im DFB-Pokal mit zuletzt acht Erfolgen in Serie künftig auch in der Bundesliga so abbilde, "wird der Frauenfußball kein vergleichbares Sportprodukt sein wie der Männer-Fußball".

So warnte der 51 Jahre alte Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt und künftige Übergangs-Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) in einem Podcast seines Clubs.

Auch wenn der FC Bayern München bei den Männern heute ein Dauer-Meister sei, dürfe nicht vergessen werden, dass bestimmte andere Clubmarken in den vergangenen Jahrzehnten "die Aussicht hatten, sich auch an der Spitze zu positionieren und vielleicht auch die Möglichkeit hatten, deutscher Meister zu werden".

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Hellmann verwies dabei unter anderem auf Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und Borussia Dortmund: "Daraus ist über einen langen Zeitraum ein kollektives Gedächtnis der Spannung der Fußball-Bundesliga entstanden."

VfL Wolfsburg dominiert seit Jahren den Frauenfußball

Die Frauen des VfL Wolfsburg feierten Pokalsieg und Meisterschaft der Saison 2021/22.
Die Frauen des VfL Wolfsburg feierten Pokalsieg und Meisterschaft der Saison 2021/22.  © Darius Simka/dpa

Wolfsburgs Fußballerinnen gewannen sieben der vergangenen zehn Titel in der Frauen-Bundesliga, dreimal war der FC Bayern erfolgreich. In dieser Saison hat das Team von Trainer Tommy Stroot bisher alle Spiele gewonnen.

"Wenn man wirklich den Frauenfußball zu einem spannenden Wettbewerb entwickeln will, dann ist die Ergebnisoffenheit der Meisterschaft das, was passieren muss", sagte Hellmann.

Die Eintracht-Frauen hatten sich als Tabellendritte der vergangenen Saison für die Champions League qualifiziert, die Gruppenphase aber verpasst.

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Laut Hellmann bauen die Frankfurterinnen eher auf eigenen Nachwuchs: "Wir würden gerne Wolfsburg und Bayern angreifen. Aber ganz sicher nicht dadurch, dass wir uns sagen, wir holen jetzt noch mal zwei, drei Millionen [...], um dann ein Kunstprodukt zu schaffen, dass wieder nachhaltig nicht funktioniert."

Titelfoto: Bild-Montage: Darius Simka/dpa, Arne Dedert/dpa

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