Der Schummler mit Auge: Deutscher Insel-Legionär trainiert mit kuriosen Tricks
Liverpool (England) - Beim FC Everton scheint sich Merlin Röhl (24) in der laufenden Saison einen Stammplatz erkämpft zu haben, auch am Samstag beim Heimspiel gegen den FC Chelsea stand der Ex-Freiburger in der Startelf. Um seine Karriere auf das nächste Level zu heben, greift der gebürtige Berliner - nicht zum ersten Mal - ganz tief in die Trickkiste.
Wie der britische Journalist Henry Winter berichtet, trainiert der 24-Jährige nämlich seine Augen mit einem Metronom, um auf dem Platz noch zügiger reagieren zu können.
"Es läuft mit 100 Schlägen pro Minute, und deine Augen wechseln von einer Seite zur anderen. Es trainiert einen Muskel", so der 13-fache deutsche U21-Nationalkicker demnach.
"Wenn du schnelle Augen hast, kannst du den Ball schneller verfolgen und dann schneller zum Spieler wechseln, zu dem du den Ball spielen möchtest", erklärte Röhl die ungewöhnliche Methode.
Daneben habe der zweitteuerste Abgang in der Geschichte des SC Freiburg noch einen Stock mit Zahlen drauf, den er laut Winter nutzt, um seinen Nah- und Fernfokus zu schärfen.
Dass der Mittelfeld-Allrounder beim Feintuning seiner sportlichen Laufbahn gern mal um die Ecke denkt, ist übrigens nicht neu.
In seiner Jugendzeit beim SV Babelsberg fälschte der 1,92-Meter-Schlacks sogar seine eigenen Statistiken, damit größere Vereine auf ihn aufmerksam werden.
Merlin Röhl dichtete sich Scorerpunkte an
Dafür meldete sich Röhl 2018 bei der Scouting-App "Tonsser" an - und entdeckte eine Schwachstelle im System.
"Es war für mich ein bisschen suspekt, dass man bei einer App einfach die Daten einträgt", erinnerte sich der heutige Premier-League-Profi vergangenes Jahr im Gespräch mit dem SWR. "Ich glaube, ich habe eingetragen, dass ich 15 Assists hatte, und wenn ich jetzt zurückdenke, waren es vielleicht fünf."
Dazu schrieb sich das Schlitzohr gleich noch fünf Treffer gut - mit Erfolg. Kurz darauf meldete sich der FC Ingolstadt beim Berliner, in Oberbayern gelang Röhl der Durchbruch zum Profi, ehe sich schließlich die Breisgauer meldeten und knapp drei Millionen Euro für die Dienste des Talents an die Schanzer überwiesen.
Die Investition sollte sich lohnen, denn im Sommer 2025 schnürten die "Toffees" aus dem blauen Teil Liverpools dem Bundesligisten ein Gesamtpaket von mehr als 25 Millionen Euro.
Titelfoto: ADRIAN DENNIS / AFP

