Kane-Sieg schon mit Geschmäckle? Polizei ermittelt wegen Ballon d'Or!
London (England) - Das dürften die Fans des FC Bayern gar nicht gerne hören! Vor rund anderthalb Wochen hat Harry Kane (33) den Ballon d'Or gewonnen und die wohl prestigeträchtigste Einzelspieler-Auszeichnung im Weltfußball mit nach München genommen. Jetzt ermittelt allerdings die französische Polizei zur Preisverleihung.
Wie eine Quelle aus Beamtenkreisen dem US-amerikanischen Sportmagazin "The Athletic" bestätigt hat, geht es in der Untersuchung um verdächtige Wetten rund um die Auszeichnung zum besten Spieler der Welt.
Demnach tippten auf der Krypto-Plattform "Polymarket" zwölf verschiedene Accounts die exakt richtige Reihenfolge der am Ende gewählten Top Fünf bei den Männern.
Die Zocker setzten also jeweils Geld darauf, dass Kane vor Kylian Mbappé (27), Lamine Yamal (19), Rodri (30) und Lionel Messi (39) landet - und sahnten ab. Insgesamt 250.000 Euro wurden laut Bericht riskiert, womit sich die Accountinhaber über 200.000 Euro Reingewinn freuen konnten.
Außerdem sei "France Football" bereits vor der Verleihung über die verdächtigen Bewegungen auf der Plattform informiert worden. Die französische Fachzeitschrift vergibt den Preis schon seit 1956. Inzwischen soll das Blatt auch eigene Ermittlungen in die Wege geleitet haben und dabei die französische Glücksspielbehörde miteinbeziehen.
"Die Integrität des Ballon d'Or hat für 'France Football' absolut Priorität", werden die Ausrichter von "The Athletic" zitiert.
Chefredakteur von "France Football" versichert Geheimhaltung beim Ballon d'Or
Man nehme die Anschuldigungen bezüglich vorab geleakter Informationen bei der Fachzeitschrift daher sehr ernst, hieß es weiter.
Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, gaben sowohl "France Football" als auch die Polizei keine weiteren Details zum Stand der Untersuchung heraus.
Bereits vor der Preisverleihung am 26. Oktober versicherte Chefredakteur Pascal Ferre im Interview mit "RMC Sport", dass das sensible Wissen heute noch strenger geschützt werde als früher.
So werden die Gewinner nach den Seriensiegen von Messi und Ronaldo nun nicht mehr im Vorfeld informiert, außerdem wüssten nur etwa fünf Personen überhaupt Bescheid.
Selbst lasse Ferre in der Redaktion sogar gefälschte Ranglisten herumliegen. Es sei einer seiner "kleinen Tricks", so der Journalist. Er müsse schmunzeln, wenn er eine falsche Liste später im Netz wiederfindet.
Gänzlich unrealistisch erscheint auch reiner Zufall in diesem Fall nicht. Spekulationen zur Reihenfolge gab es im Vorfeld reichlich. Zwar war das Rennen zwischen Kane und Mbappé am Ende sehr knapp, eine riesige Überraschung mischte sich jedoch nicht unter die Top Fünf.
Titelfoto: Tom Weller/dpa

