Es hat mit der Aufstiegsreform zu tun: Fanszene teilt gegen TV-Sender der Regionalliga Nordost aus!

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Potsdam - Seit anderthalb Jahren kämpft die Initiative Aufstiegsreform für eine gerechte Aufstiegsregel der 4. Ligen. Zuletzt sind die Bemühungen ins Stocken geraten, was Vereine und Spieler der Regionalliga Nordost zu einem flächendeckenden Protest zum Saisonstart veranlasste. Allein: TV-Partner OSTSPORT.TV sparte Bilder davon in sämtlichen Zusammenfassungen aus.

Dieses Spruchband unter der Woche enthielt eine scharfe Kritik am TV-Sender der Regionalliga Nordost.
Dieses Spruchband unter der Woche enthielt eine scharfe Kritik am TV-Sender der Regionalliga Nordost.  © privat

Mit Spruchbändern, Stillstand nach Anstoß und Trillerpfeifen vielerorts machten sich Vereine und Fans Luft. Der Schwebezustand nervt und zehrt an den Kräften der Reform-Kämpfer.

Sie wollen keine Ruhe geben, das Endlos-Thema immer wieder auf den Tisch bringen, bis es eine Lösung gibt. Dafür sind Verbündete ganz wichtig, und deshalb gab es in der Englischen Woche eine bemerkenswerte Aktion.

Die Nordkurve Babelsberg präsentierte beim Spiel gegen Altglienicke ein Spruchband mit der Aufschrift: "OSTSPORT.TV: Ihr schneidet euch die Welt, wie es dem NOFV gefällt!"

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Der TV-Sender begleitet seit Jahren als offizieller Partner die Liga, hat in allen Stadien Kameramänner und Reporter, produziert zu jedem Spiel aufwendige Zusammenschnitte von oft über zehn Minuten.

OSTSPORT.TV berücksichtigte in den Highlights dieser Saison die Proteste zur Aufstiegsreform nicht

Auch in Babelsberg ruhte nach Anpfiff der Ball. Trillerpfeifen begleiteten den Protest.
Auch in Babelsberg ruhte nach Anpfiff der Ball. Trillerpfeifen begleiteten den Protest.  © privat

Doch die Protest-Aktionen fanden in den Highlight-Videos dieser Saison KEINE Berücksichtigung - sehr zum Ärger vieler Fans und Verantwortlicher.

Einige Protagonisten hatten aus Eigeninteressen des Senders Vertuschung dahinter oder gar eine Verbandelung mit dem Verband vermutet, der in der Aufstiegsreform zwischen den Stühlen steht.

Zum einen ist die so getaufte "kleine Champions League des Ostens" dank Vereinen und Fanlager eine hochattraktive Liga. Dem gegenüber steht die unsägliche Aufstiegsregel.

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Bei einer Neuordnung der Regionalligen, zum Beispiel mittels Kompassmodell, dürfte es keine reine Ostliga mehr geben.

OSTSPORT.TV weist in Stellungnahme Vorwürfe zurück

Die Forderung vieler Ost- und Regionalliga-Klubs ist klar. Das Kompassmodell soll kommen.
Die Forderung vieler Ost- und Regionalliga-Klubs ist klar. Das Kompassmodell soll kommen.  © privat

TAG24 fragte direkt beim TV-Sender nach, warum die Protest-Szenen der ersten Spieltage keine Beachtung fanden. Der antwortete: "OSTSPORT.TV unterstützt die Forderung 'Meister müssen aufsteigen' zu 100 Prozent. Redaktionell gibt es für unsere Reporter wenige Leitlinien. Eine ist, dass OSTSPORT.TV Fußball pur transportieren möchte."

Und weiter: "Das Thema Aufstiegsreform ist durch seine Komplexität in einem Spielbericht schwer zu durchdringen. Auch deshalb haben sich die Beitragsmacher dafür entschieden, sofort mit dem rollenden Ball einzusteigen. Eine Weisung zu diesem Thema an die Reporter hat es genauso wenig gegeben wie eine Einflussnahme des NOFV."

Dazu passt, dass OSTSPORT.TV am 30. Spieltag der Vorsaison sowohl im Live-TV als auch in den Highlights den erstmaligen Stillstand nach Anpfiff im Ligaspiel zwischen Lok Leipzig und dem Halleschen FC thematisierte.

Auch in den Live-Produktionen dieser Saison wurden Szenen der Proteste gezeigt und kommentiert, die sich später in den Zusammenschnitten aber nicht wiederfanden.

Bemerkenswert war dann, was nach der Spruchband-Kritik passierte: Nach Spielschluss zwischen Babelsberg und Altglienicke berichtete OSTSPORT.TV zum ersten Mal diese Saison auch in einer Zusammenfassung über die Proteste.

Titelfoto: privat

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