Meisterfavorit des Nordostens kommt ins Rollen, doch der Trainer ist stinksauer
Fürstenwalde/Spree - Freude sieht anders aus! Aufstiegsfavorit VSG Altglienicke kommt in der Regionalliga Nordost langsam ins Rollen, doch Trainer Dan Twardzik (35) ist mit dem Auftreten seiner Mannschaft so gar nicht zufrieden.
Nach dem nie gefährdeten 3:1 (3:0)-Erfolg über Herthas U23 schimpft er vor laufenden Kameras im Kreis nach dem Spiel:
"Katastrophal zweite Halbzeit. Müsste sich jeder an die eigene Nase packen, warum zweite Halbzeit so schlecht? Wenn wir so gut sind, dass wir ein 3:0 easy nach Hause fahren können, glaub’ ich nicht. Nicht in der Liga. 3:0 reicht nicht in der Liga."
Im Anschluss stapft Twardzik stinksauer von dannen, erklärt später am OSTSPORT-Mikrofon in aller Klarheit: "Also erste Halbzeit war sehr, sehr gut, fast schon zu gut wahrscheinlich, dass man in der zweiten Halbzeit einen Schritt weniger läuft."
Tatsächlich schaltete Altglienicke im zweiten Abschnitt mehrere Gänge runter, obwohl an diesem Tag gegen indisponierte Hertha-Bubis ein echtes Schützenfest möglich gewesen wäre.
VSG Altglienicke ist zum Liefern verdammt, Twardzik kämpft gegen Überheblichkeit
Dass Twardzik dennoch derart unzufrieden ist, mag nur auf den ersten Blick überraschen. Nach einem kostspieligen Transfersommer ist Altglienicke zum Liefern verdammt.
Das wird klar, als Twardzik im Verlauf des Interviews zum schon dritten Mal (!) in dieser Saison betont, dass "die Leistung nicht den Ansprüchen gerecht werde".
Twardzik kämpft gegen die Überheblichkeit! Altglienicke hat die größten Namen und die vermutlich höchste Einzelqualität der Liga, gönnt sich in den 90 Minuten aber immer wieder längere Pausen.
Das fiel der VSG vor einer Woche gegen Babelsberg beim späten 2:2 (nach 0:2-Rückstand) fast komplett auf die Füße. Im Anschluss hatten sich erste Zweifel an Twardziks Eignung für die anspruchsvolle Aufgabe breitgemacht.
Nach den Siegen gegen die Hertha-Bubis auf dem neuen Champions-League-Rasen in Fürstenwalde und bei Überraschungsteam Greifswald (3:1) ist erstmal Ruhe, doch am Sonntag geht es wieder scharf.
Dann wird Altglienicke gegen den Aufstiegskonkurrenten vom Halleschen FC (Anstoß: 14 Uhr) eine gute Halbzeit nicht reichen.
Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

