Köln - Beim Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Sonntag kam erstmals das neue Sicherheitskonzept "Stadionallianz NRW" zum Einsatz, bei dem Klubs und Polizei auf mehr Eigenverantwortung der Fans setzen. Die Bilanz ist durchwachsen.
Insgesamt seien sechs Menschen bei Ausschreitungen auf der Nordtribüne des RheinEnergie-Stadions verletzt worden, teilt die Polizei in ihrer Derbybilanz am Montag mit.
Demnach handelt es sich bei den Betroffenen um zwei Stadionbesucher, darunter ein Kind, eine Ordnerin und drei Polizeibeamte. Wie schwer die Verletzungen jeweils sind, ist unklar. Die Zahl der Verletzten könne sich im Nachgang allerdings noch nach oben korrigieren, so die Ordnungshüter.
Anlass der Eskalationen war der 2:1-Siegtreffer durch FC-Shootingstar Said El Mala (20) in der 67. Spielminute.
Im Anschluss waren Gladbach-Fans im Oberrang der Nordtribüne auf die Barrikaden gegangen, hatten Leuchtraketen und Feuerwerkskörper in den Heimbereich geworfen und sogar die Plexiglas-Trennwände zwischen Heim- und Gästeblock mithilfe von Nothämmern aus ihren Verankerungen geschlagen.
Daraufhin hätten Anhänger beider Klubs unter anderem mit Gürteln aufeinander eingeschlagen. Das Spiel wurde daraufhin für mehrere Minuten unterbrochen.
FC-Geschäftsführer nach Derbykrawallen deutlich: "Diese Bilder haben im Fußball nichts verloren!"
Aufgrund des neuen Einsatzkonzeptes, bei dem die Polizei im Stadion vermehrt im Hintergrund bleiben und stattdessen den von den Klubs engagierten Sicherheitsdiensten mehr Kontrolle geben will, dauerte es mehrere Minuten, ehe die Polizei mit einer Hundertschaft zur Stelle war und die Situation entschärfen konnte. Ein Verdächtiger, der einem Beamten in den Rücken getreten haben soll, wurde festgenommen.
Sowohl die Polizei als auch die beiden Klubs verurteilten die Gewaltszenen nach Abpfiff scharf.
Einsatzleiterin Mareike de Valck von der Kölner Polizei kündigte an, "mit aller Entschlossenheit gegen die Straftäter vorgehen" zu wollen. "Darüber hinaus ist es nach diesem Spieltag auch die Aufgabe der lokalen Stadionallianz, die Ereignisse sachlich einzuordnen. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden wir das Geschehen konstruktiv aufarbeiten und unsere Vorgehensweise da, wo es erforderlich ist, anpassen."
FC-Geschäftsführer Philipp Türoff (50) sagte: "Diese Bilder haben im Fußball nichts verloren und geben dem Derbysieg heute einen unschönen Beigeschmack. Wir haben noch keine Informationen, aber ich hoffe sehr, dass möglichst wenige Unbeteiligte Schaden genommen haben."
Erstmeldung: 12. Oktober, 14.27 Uhr; zuletzt aktualisiert: 12. Oktober, 16.44 Uhr
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
SC Freiburg | 5 | 14:4 | 13 | |
| 2 |
|
Borussia Dortmund | 5 | 11:4 | 13 | |
| 3 |
|
FC Bayern München | 5 | 16:4 | 11 | |
| 4 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 5 | 14:8 | 10 | |
| 5 |
|
RB Leipzig | 5 | 15:5 | 9 | |
| 6 |
|
FC Augsburg | 5 | 13:8 | 8 | |
| 7 |
|
SV Werder Bremen | 5 | 10:10 | 8 | |
| 8 |
|
1. FSV Mainz 05 | 5 | 13:10 | 7 | |
| 9 |
|
SV 07 Elversberg | 5 | 8:8 | 7 | |
| 10 |
|
1. FC Köln | 5 | 8:10 | 7 | |
| 11 |
|
VfB Stuttgart | 5 | 8:9 | 6 | |
| 12 |
|
Hamburger SV | 5 | 5:15 | 6 | |
| 13 |
|
FC Schalke 04 | 5 | 4:6 | 5 | |
| 14 |
|
Eintracht Frankfurt | 5 | 9:16 | 5 | |
| 15 |
|
SC Paderborn 07 | 5 | 3:7 | 4 | |
| 16 |
|
1. FC Union Berlin | 5 | 5:17 | 4 | |
| 17 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 5 | 9:13 | 3 | |
| 18 |
|
Borussia Mönchengladbach | 5 | 7:18 | 0 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.