Ansah vor Rekord-Abgang bei Union: Startet ein anderer jetzt richtig durch?

Berlin - Noch ist es nicht offiziell, doch der Abgang ist nur noch Formsache. Ilyas Ansah (21) wird Union Berlin verlassen und sich den Traum von der Premier League erfüllen. Der Sturmtank wechselt zu Hull City, wird dadurch zum Rekord-Transfer der Eisernen. Stolze 21 Millionen Euro sollen die Köpenicker kassieren.

Ilyas Ansah (21, l.) verlässt Union Berlin.  © Robert Michael/dpa

Finanziell ein Angebot, das man nicht ablehnen kann, sportlich ein herber Verlust. Auch unter Neu-Coach Mauro Lustrinelli (50) schien der Ex-Paderborner in seiner zweiten Saison einen Stammplatz sicher zu haben.

"Natürlich verlieren wir einen Topspieler. Es ist ein Verlust", so Lustrinelli auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligastart. In Braunschweig stand Ansah noch in der Startelf, das Pokalspiel aber war gleichzeitig auch sein letzter Auftritt als Unioner. "Gleichzeit werden wir trotzdem eine gute Mannschaft haben. Das ist wichtig, dass die anderen Spieler auch das kompensieren können."

Einer, der sein Bewerbungsschreiben bereits abgegeben hat, ist Marin Ljubicic (24). Seit seinem Wechsel tut sich der Kroate in der Hauptstadt schwer, sicherte mit seinem Doppelpack und der Vorlage Union aber das Weiterkommen. Jetzt winkt dem Sturm-Flop gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) die Startelf.

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"Er hat gezeigt, dass er eine wichtige Rolle spielen kann. In der Vorbereitung hat er viele Tore geschossen. Er ist ein Stürmer, der das Näschen hat, um Tore zu schießen."

Das hat Ljubicic in Braunschweig gleich zweimal gezeigt. Erst als der Stürmer da stand, wo ein Stürmer stehen muss, und dann noch, als er den Konter veredelte. Jetzt hat er gute Chancen, neben Neu-Einkauf Emmanuel Latte Lath (27) von Beginn an aufzulaufen.

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Marin Ljubic (24, M.) schoss Union mit seinem Doppelpack in die nächste Runde.  © Swen Pförtner/dpa

Union-Coach Mauro Lustrinelli lobt Marin Ljubicics Entwicklung

Mauro Lustrinelli (50) freut sich auf die Heimpremiere in der Alten Försterei.  © Robert Michael/dpa, Annette Riedl/dpa

Der Grund: die Ausfallliste. Neben Ansah fehlen den Eisern vier weitere Union-Stars: Stanley N'Soki (27), Marvin Friedrich (30) sowie Angreifer Oliver Burke und Stamm-Knipser Andrej Ilic (26). "Er hat sich gesteigert. Am Anfang der Vorbereitung war er noch nicht fit, aber er ist ein Arbeiter und hat sich für die tägliche Arbeit belohnt. Es ist schön, wenn man einen Stürmer hat, der die Tore machen kann. Ich bin auch gespannt auf seine Entwicklung", lobte Lustrinelli Ljubicic.

Der Schweizer ist angetreten, um Union einen neuen Spielstil zu verpassen - weg von der Fünferkette. Noch aber hakt es bei den Eisernen. Die Saisonvorbereitung verlief vor allem ergebnistechnisch etwas holprig (nur drei Siege in zehn Testspielen). Auch im Pokal mühte man sich lange gegen den Zweitligisten.

Manche Experten sehen den Hauptstadtklub bereits im Abstiegskampf. Das stört den Chefcoach allerdings nicht - im Gegenteil. "Letztes Jahr, FC Thun war erster Absteiger als Prognose. Es war für uns eine geile Motivation", so Lustrinelli.

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Er führte den Aufsteiger am Ende sensationell zur Meisterschaft. Ein solches Fußballwunder wird bei Union allerdings nicht erwartet.

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