Spitzenreiter Union: Fünf Gründe, warum die Eisernen so stark sind

Berlin - Ein größeres Kompliment hätte der 1. FC Union Berlin kaum bekommen können. "So gut, wie sie in der ersten halben Stunde gespielt haben, habe ich lange keine Mannschaft hier spielen sehen", schwärmte Ex-Unioner und Köln-Coach Steffen Baumgart (50). Die Eisernen hatten gerade chancenlose Kölner (1:0) besiegt und damit die Tabellenspitze erobert.

Dank des Auswärtssieges beim 1. FC Köln ist Union Berlin nun Spitzenreiter. Die Neuzugänge um Janik Haberer (28, l.) und Awoniyi-Nachfolger Jordan (26, r.) schlagen mal wieder voll ein.
Dank des Auswärtssieges beim 1. FC Köln ist Union Berlin nun Spitzenreiter. Die Neuzugänge um Janik Haberer (28, l.) und Awoniyi-Nachfolger Jordan (26, r.) schlagen mal wieder voll ein.  © Federico Gambarini/dpa

Den Stadtrivalen Hertha BSC haben die Köpenicker schon länger abgehängt, jetzt steht Berlins Nummer eins auch in Fußball-Deutschland an der Spitze und das nicht zu Unrecht. TAG24 zeigt, warum Union wieder einmal so stark ist.

Die Transfers sitzen

Schon früh haben die Eisernen ihre Hausaufgaben gemacht und konnten sich einmal mehr auf das Näschen von Manager Oliver Ruhnert (50) verlassen. Dabei schaut er nicht auf Namen, sondern ob die Neuen auch in das Fischer-System passen.

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Im vierten Bundesligajahr hat Union mal eben den vierten Umbruch in Folge verkraftet. Ganze zehn Neuzugänge konnte Ruhnert präsentieren. Anpassungsschwierigkeiten hat keiner. Verlässt ein Leistungsträger den Verein – und das haben zuletzt einige – nimmt einfach ein Neuzugang seinen Platz ein.

Ausfälle kompensieren

Gleiches gilt auch für Stammkräfte. Fällt einer aus, kann sich Urs Fischer (56) auf seine Bank verlassen. Jüngstes Beispiel: Jordan Siebatcheu (26). Ausgerechnet gegen den FC Bayern München (1:1) fiel der Schweizer Torschützenkönig aus, ebenso wie der überzeugende Janik Haberer (28). Stattdessen aber setzte Fischer einfach auf Kevin Behrens (31) und Andras Schäfer (23). Ein Unterschied war auf dem Rasen kaum zu erkennen. Union machte den Bayern das Leben schwer.

1. FC Union Berlin: Sturmduo funktioniert, Prunkstück bleibt die Abwehr

Sheraldo Becker (27) führt mit fünf Treffern derzeit in der Bundesliga die Torjägerliste an.
Sheraldo Becker (27) führt mit fünf Treffern derzeit in der Bundesliga die Torjägerliste an.  © David Inderlied/dpa

Eklig zu bespielen

Der eingangs erwähnte Baumgart hätte seinem Trainerkollegen wohl nur noch ein größeres Kompliment machen können, wenn er auch erwähnt hätte, wie "eklig" seine Elf sein kann. Kaum ein Team ist so eklig zu bespielen wie Union.

Sie kratzen, beißen, scheuen keinen Zweikampf (nur die Bayern gewinnen mehr Zweikämpfe), verschieben nahezu perfekt und unterbinden einen Angriff gerne mal mit einem Foul, ohne aber über die Stränge zu schlagen. Trotz der mit Abstand meisten Fouls in der Liga ist Union in der Fairness-Tabelle auf Platz eins.

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Erfolgreiches Sturmduo Sheraldo Becker/Jordan Siebatcheu

Vor der Saison haben die Fußball-Experten noch gerätselt, wer nun Bayern-Bomber Robert Lewandowski (34) als Torschützenkönig ablösen wird. Nach sechs Spielen führt tatsächlich ein Unioner (gemeinsam mit Bremens Niklas Füllkrug) die Torschützenliste an: Sheraldo Becker (27)!

Der pfeilschnelle Angreifer zeigt sich jetzt schon in Ballerlaune, traf bereits fünfmal und auch sein Sturmpartner Jordan (drei Buden in sechs Pflichtspielen) brauchte nicht lange, um in der Bundesliga anzukommen. Schnell hat er Taiwo Awoniyi (24) vergessen lassen.

Prunkstück Abwehr

Das Prunkstück bleibt aber die Abwehr. Ob an Robin Knoche (30), Diogo Leite (23), Paul Jaeckel (24) oder Danilho Doekhi (24) – regelmäßig beißen sich die Bundesliga-Stürmer die Zähne aus. Mit nur vier Gegentoren stellen die Hauptstädter derzeit die beste Abwehr der Liga.

Die Kompaktheit ist das A und O bei Union. Woche für Woche sieht man, dass eine echte Einheit auf dem Platz steht. Ein Rädchen greift in das andere. Jeder weiß, was er zu tun hat. Nur wenn andere Vereine ihnen den Ball überlassen, tut sich die Fischer-Elf oftmals schwer, wie sich zuletzt in der Europa League zeigte, als die Köpenicker von Royale Union Saint-Gilloise (0:1) mit den eigenen Waffen geschlagen wurden.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa, David Inderlied/dpa

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