Erst absurdes Eigentor, dann wechselt gebeutelter Ost-Club Ersatztormann als Feldspieler ein
Greifswald - Die BSG Chemie Leipzig hat am Sonntagnachmittag durch ein 1:1 (1:1) einen Punkt vom Greifswalder FC entführt. Geholfen hat dabei ein Eigentor der Gastgeber, welches vermutlich in jedem Jahresrückblick der Regionalliga Nordost zu sehen sein wird. Personell wird es aber immer schlimmer für Grün-Weiß: Sowieso nur mit vier Ersatzfeldspielern angereist, musste Elias Kratzer, der zunächst auf dem Spielerbogen in der Startelf stand, kurz vor dem Anpfiff verletzt passen.
Das sorgte dafür, dass Trainer Alexander Schmidt Sekunden vor dem Ende der Partie sogar Ersatz-Tormann Florian Horenburg einwechselte, da kein anderer Feldspieler auf der Bank mehr zur Verfügung stand und die Chemiker etwas Zeit rausholen wollten. Der Plan sollte aufgehen!
Doch von Anfang an: Beide Teams hatten keine Lust, sich großartig langsam an die Partie heranzutasten. Ex-Chemiker Kay Seidemann konnte nach neun Minuten relativ unbedrängt von links in die Mitte passen, wo Robert Leipertz bereitstand und links unten das 1:0 erzielte.
Doch die Gäste blieben nicht lang in Rückstand, weil Greifswald sich das Ding absolut kurios selbst ins eigene Netz ballerte.
Eine völlig ungefährliche Hereingabe gut 20 Meter vor dem Kasten wollte Lion Semic vermutlich direkt weit nach vorne schlagen. Doch das Leder ging vom Schienbein des Greifswalders in die entgegengesetzte Richtung über Keeper Jakub Jakubov hinweg in den eigenen Kasten, unglaublich (12.).
Die Hausherren reagierten daraufhin mit wütenden Angriffen, hätten durch einige absolute Hochkaräter bis zur Halbzeit eigentlich wieder in Führung gehen müssen. Doch Glück, Tormann Marcel Bergmann und teils Unvermögen der Norddeutschen sorgten dafür, dass es mit einem 1:1-Remis in die Kabinen ging.
Chemie machte kein schlechtes Spiel. Es fehlte jedoch vorne an Durchschlagskraft.
Alexander Schmidt bringt letzten Feldspieler von Chemie Leipzig von der Bank
Die Gäste wurden nach Wiederanpfiff etwas zielstrebiger, sodass es ein ausgeglichenes Spiel wurde.
Chemie verteidigte gut und ließ nicht mehr so viel zu, wie das noch in der ersten Hälfte der Fall war. Ziel war es, einen Konter zu setzen und noch drei Punkte aus Greifswald zu entführen.
Insgesamt war aber nicht mehr so viel los auf dem Rasen. Erst in der Schlussphase wurden die Hausherren noch einmal gefährlicher.
Valon Aliji kratzte nach 80 Zeigerumdrehungen einen Ball von der Linie. Zeitgleich brachte Trainer Alexander Schmidt mit Bradley Lokilo den vermeintlich letztmöglichen Feldspieler von der Bank.
Dann aber die Horenburg-Überraschung in der Nachspielzeit! Der Plan ging auf, die Zeit lief ab und die Chemiker freuten sich über einen Zähler.
Titelfoto: IMAGO / Andy Bünning

