Erst absurdes Eigentor, dann wechselt gebeutelter Ost-Club Ersatztormann als Feldspieler ein

Greifswald - Die BSG Chemie Leipzig hat am Sonntagnachmittag durch ein 1:1 (1:1) einen Punkt vom Greifswalder FC entführt. Geholfen hat dabei ein Eigentor der Gastgeber, welches vermutlich in jedem Jahresrückblick der Regionalliga Nordost zu sehen sein wird. Personell wird es aber immer schlimmer für Grün-Weiß: Sowieso nur mit vier Ersatzfeldspielern angereist, musste Elias Kratzer, der zunächst auf dem Spielerbogen in der Startelf stand, kurz vor dem Anpfiff verletzt passen.

Greifswald-Torwart Jakub Jakubov rannte vergeblich. Doch das kuriose Eigentor von Lion Semic konnte er nicht mehr verhindern.  © IMAGO / Andy Bünning

Das sorgte dafür, dass Trainer Alexander Schmidt Sekunden vor dem Ende der Partie sogar Ersatz-Tormann Florian Horenburg einwechselte, da kein anderer Feldspieler auf der Bank mehr zur Verfügung stand und die Chemiker etwas Zeit rausholen wollten. Der Plan sollte aufgehen!

Doch von Anfang an: Beide Teams hatten keine Lust, sich großartig langsam an die Partie heranzutasten. Ex-Chemiker Kay Seidemann konnte nach neun Minuten relativ unbedrängt von links in die Mitte passen, wo Robert Leipertz bereitstand und links unten das 1:0 erzielte.

Doch die Gäste blieben nicht lang in Rückstand, weil Greifswald sich das Ding absolut kurios selbst ins eigene Netz ballerte.

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Eine völlig ungefährliche Hereingabe gut 20 Meter vor dem Kasten wollte Lion Semic vermutlich direkt weit nach vorne schlagen. Doch das Leder ging vom Schienbein des Greifswalders in die entgegengesetzte Richtung über Keeper Jakub Jakubov hinweg in den eigenen Kasten, unglaublich (12.).

Die Hausherren reagierten daraufhin mit wütenden Angriffen, hätten durch einige absolute Hochkaräter bis zur Halbzeit eigentlich wieder in Führung gehen müssen. Doch Glück, Tormann Marcel Bergmann und teils Unvermögen der Norddeutschen sorgten dafür, dass es mit einem 1:1-Remis in die Kabinen ging.

Chemie machte kein schlechtes Spiel. Es fehlte jedoch vorne an Durchschlagskraft.

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Elias Kratzer stand schon auf dem Spielerbogen, musste kurz vor dem Abpfiff aber doch noch passen und konnte nicht spielen. (Archiv)  © Picture Point / Gabor Krieg

Alexander Schmidt bringt letzten Feldspieler von Chemie Leipzig von der Bank

In der zweiten Hälfte war nicht ganz so viel Feuer drin. Am Ende nahm Chemie den Punkt gern aus Greifswald mit.  © IMAGO / Andy Bünning

Die Gäste wurden nach Wiederanpfiff etwas zielstrebiger, sodass es ein ausgeglichenes Spiel wurde.

Chemie verteidigte gut und ließ nicht mehr so viel zu, wie das noch in der ersten Hälfte der Fall war. Ziel war es, einen Konter zu setzen und noch drei Punkte aus Greifswald zu entführen.

Insgesamt war aber nicht mehr so viel los auf dem Rasen. Erst in der Schlussphase wurden die Hausherren noch einmal gefährlicher.

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Valon Aliji kratzte nach 80 Zeigerumdrehungen einen Ball von der Linie. Zeitgleich brachte Trainer Alexander Schmidt mit Bradley Lokilo den vermeintlich letztmöglichen Feldspieler von der Bank.

Dann aber die Horenburg-Überraschung in der Nachspielzeit! Der Plan ging auf, die Zeit lief ab und die Chemiker freuten sich über einen Zähler.

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Rot-Weiß Erfurt 15 46:19 34
2 Chemnitzer FC 15 34:12 33
3 Hallescher FC 15 23:12 30
4 BFC Dynamo 15 24:13 29
5 VSG Altglienicke 15 27:20 27
6 FC Erzgebirge Aue 15 24:18 27
7 FC Carl Zeiss Jena 15 23:13 26
8 Greifswalder FC 15 29:24 23
9 1. FC Lokomotive Leipzig 15 30:28 21
10 1. FC Magdeburg II 15 28:29 20
11 FSV Zwickau 15 17:25 19
12 SV Babelsberg 03 15 16:27 16
13 BFC Preussen 15 19:22 14
14 BSG Chemie Leipzig 15 18:23 14
15 Hertha BSC II 15 11:26 11
16 Tasmania Berlin 15 24:43 11
17 RSV Eintracht 1949 15 15:34 9
18 FSV 63 Luckenwalde 15 15:35 7

Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in diesem Jahr direkt in die 3. Liga auf.

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