Chemnitz - Da war einer auf 180! Jenas Trainer Marco Grote (53) flippte nach dem ganz späten Ausgleichstor zum 1:1-Endstand am Freitagabend im Auswärtsspiel beim Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC völlig aus.
Während des Ostklassikers kassierte der Chefcoach zunächst die Gelbe Karte. Nach fast zwölfminütiger Nachspielzeit, in der die Thüringer das 1:1 kassierten, pfiff Referee Florian Lukawski (27) das Spektakel ab.
Grote rannte schnurstracks auf den Schiedsrichter zu, schimpfte wie ein Rohrspatz und bekam von Lukawski die Rote Karte gezeigt.
"Ich habe nichts Schlimmes gesagt, bin nur einen energischen Schritt auf ihn zugegangen", beteuerte der Fußball-Lehrer auf der anschließenden Pressekonferenz. Die TV-Bilder zeigten: Grote feuerte Kopf an Kopf mit dem Unparteiischen eine Schimpftirade ab.
Die Emotionen kochten nicht nur beim Trainer, sondern auch bei den Spielern beider Mannschaften hoch. Mehrere Chemnitzer Ordner mussten bei der Rudelbildung dazwischengehen, um Schlimmeres zu vermeiden. Wahnsinn!
Jena-Trainer Marco Grote: "Neun Minuten Nachspielzeit - das war schon ein Brett"
Der blanke Wahnsinn war auch das Duell zwischen den Traditionsvereinen. 8431 Zuschauer erlebten einen Fußballabend, den sie so schnell nicht vergessen werden.
Emilio Munser (18) brachte Jena früh in Führung. Danach rannten die Chemnitzer an, erspielten sich zahlreiche Großchancen, trafen zweimal ins Tor. Beide Treffer wurden aberkannt - Abseits!
Unmittelbar nach dem zweiten Abseitstor verpasste Carl Zeiss die Entscheidung. Nach dem Konter schoss Jannes Werner (20) den Ball an die Latte. Den zweiten Versuch klärte Torwart David Richter (27).
Dann flog Jenas Sören Reddemann (30) vom Platz. Kurz vor der Halbzeitpause hatte bereits Teamkollege Manasse Eshele (27) Gelb-Rot gesehen.
In doppelter Überzahl fand der CFC endlich die Lücke. Ron Berlinski (32) legte für David Vogt (25) auf. Der platzierte die Kugel mit links im Kasten: 1:1 in der 97. Minute!
Grote beklagte nicht nur die Platzverweise, sondern auch die Überlänge: "Neun Minuten Nachspielzeit - das war schon ein Brett. Nach dem Pyro-Nebel war das Spiel fünf Minuten unterbrochen. Wie es zu neun Minuten kommt? Das finde ich schon schwierig."
In der Summe ließ Lukawski fast zwölf Minuten nachspielen. Grote: "Am Ende waren es zu viele Dinge, die gegen uns entschieden worden sind."
Tabelle Regionalliga Nordost
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Chemnitzer FC | 7 | 16:3 | 17 | |
| 2 |
|
FC Rot-Weiß Erfurt | 6 | 22:4 | 16 | |
| 3 |
|
VSG Altglienicke | 6 | 14:9 | 12 | |
| 4 |
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Greifswalder FC | 6 | 13:8 | 11 | |
| 5 |
|
FC Erzgebirge Aue | 6 | 11:9 | 11 | |
| 6 |
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FC Carl Zeiss Jena | 6 | 9:5 | 10 | |
| 7 |
|
1. FC Magdeburg II | 6 | 13:10 | 10 | |
| 8 |
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1. FC Lokomotive Leipzig | 6 | 12:11 | 10 | |
| 9 |
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FSV Zwickau | 6 | 7:9 | 10 | |
| 10 |
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BFC Dynamo | 6 | 8:8 | 8 | |
| 11 |
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Hallescher FC | 5 | 5:5 | 6 | |
| 12 |
|
RSV Eintracht 1949 | 6 | 9:11 | 6 | |
| 13 |
|
SV Babelsberg 03 | 6 | 9:11 | 5 | |
| 14 |
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Hertha BSC II | 6 | 5:13 | 5 | |
| 15 |
|
FSV 63 Luckenwalde | 6 | 5:16 | 3 | |
| 16 |
|
Tasmania Berlin | 5 | 6:18 | 3 | |
| 17 |
|
BFC Preussen | 6 | 4:11 | 2 | |
| 18 |
|
BSG Chemie Leipzig | 7 | 2:9 | 2 | |
Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in diesem Jahr direkt in die 3. Liga auf.