Notarzt-Einsatz überschattet kuriosen Last-Minute-Ausgleich der Eintracht beim SC Paderborn
Paderborn/Frankfurt am Main - Das Spiel von Eintracht Frankfurt beim SC Paderborn am 9. Spieltag der Bundesliga wurde von einem medizinischen Notfall im Gästeblock überschattet. Da waren eine turbulente Begegnung und das Ergebnis von 2:2 (0:1) allenfalls zweitrangig.
In der Home-Deluxe-Arena herrschte über die komplette Spielzeit Totenstille. Beide Fanlager hatten ihre Unterstützung eingestellt. Der Stadionsprecher sprach von einem Notarzteinsatz. Ein Anhänger der Frankfurter soll auf den Rängen bei einer Kletteraktion abgestürzt sein. Der Verletzte befände sich auf dem Weg in eine Klinik. Weitere Informationen gab es erst einmal nicht.
Dennoch begann die Partie schwungvoll mit Chancen auf beiden Seiten, doch Lilian Brassier (5.) und Ritsu Doan (6.) für die Frankfurter sowie Ruben Müller (12.) und Gabriel Castaneda (13.) für Paderborn vergaben.
In der Folge hatten die Gastgeber mehr vom Spiel, aber die Adlerträger trafen. Nach einem langen Ball auf Elias Baum hatten die aufgerückten Paderborner ein wenig den Überblick verloren.
Die Kugel wanderte weiter zu Farès Chaibi, der links in den Strafraum lief und Jonathan Burkardt mustergültig bediente. Der Nationalstürmer netzte eiskalt aus zehn Metern rechts unten zum 1:0 für die Frankfurter ein (23.). Das schockte die Ostwestfalen nur wenig, die weiterhin das aktivere Team waren und kurz vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich erzielten.
Einen eigentlich geklärten Ball brachten die Paderborner zurück in die Gefahrenzone, in der bestehenden Unordnung gelangte das Spielgerät schließlich zum frei stehenden Raphael Obermair, der durch Atubolus Beine zum 1:1 traf (45.).
Führung für Paderborn nach Elfer, Burkardt gleicht mit der Hacke aus
Die Paderborner kamen wesentlich besser aus der Kabine und begannen mit einem Sturmlauf. Doch zunächst konnten sie auch größte Chancen nicht verwerten. Die SGE antwortete, erhöhte nun ihrerseits den Druck und erspielte sich Möglichkeiten; so wie in der 55. Minute, als Chaibi nur den Außenpfosten traf. Kurz darauf drosch Burkardt das Leder aus 16 Metern knapp über die Querlatte (61.).
Jetzt wollten die Adlerträger die drei Punkte und Hütter legte mit Younes Ebnoutalib und dem 16-jährigen Niko Ilicevic offensiv nach. Ausgerechnet Ilicevic leitete das 2:1 für die Hausherren ein.
Sein Ballverlust mündete in einen Konter, der mit einem klaren Foul von Brassier an Marvin Pieringer im Sechzehner der Frankfurter endete. Der Gefoulte schoss selbst und verwandelte sehr platziert zum 2:1 (73.), obwohl Atubolu die richtige Ecke geahnt hatte. Kurz darauf schwächten sich die Hessen selbst, als Baum verdient mit Gelb-Rot vom Platz flog (75.).
War's das? Nein, denn quasi mit dem Schlusspfiff fiel doch noch der Ausgleich für die Eintracht. Torhüter Atubolu war mit in den gegnerischen Strafraum gekommen und köpfte eine Chaibi-Ecke in den Fünfer, wo Burkardt mit der Hacke zum letztlich verdienten 2:2 einschob (90.+3).
Die Statistik zum Bundesligaspiel des SC Paderborn gegen Eintracht Frankfurt
9. Spieltag der Bundesliga
SC Paderborn 07 - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)
SC Paderborn 07: Noll - ter Horst, Scheller, Hansen - Curda, Castaneda, Obermair (65. Lippmann) - Baack, Vidovic (46. Zeitler (88. Tigges)) - R. Müller (65. Pieringer), Marino (74. Philippe)
Eintracht Frankfurt: Atubolu - Knauff (46. Collins), R. Koch, Brassier, Baum - Onyedika (85. Arrhov), Aseko Nkili (46. Höjlund) - Doan (64. Ilicevic), Uzun (64. Ebnoutalib), Chaibi - Burkardt
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Burkardt (23.), 1:1 Obermair (45.), 2:1 Pieringer (73./Foulelfmeter), 2:2 Burkardt (90.+3)
Gelbe Karten: Zeitler (1) / Collins (2)
Gelb-Rote Karten: - / Baum (75./wiederholtes Foulspiel)
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa
