Aufmüpfiger Aufsteiger: So überrascht Cottbus die 2. Liga

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Cottbus - Achtung, 2. Liga, hier kommt der aufmüpfige Aufsteiger aus Cottbus! Nach fünf Spieltagen sind die Lausitzer eine der großen Überraschungen der Saison. TAG24 zeigt: So mischt Energie das Bundesliga-Unterhaus auf!

Gnadenlos offensiv

Aufsteiger Cottbus ist nach fünf Spielen eine der größten Überraschungen der 2. Liga.
Aufsteiger Cottbus ist nach fünf Spielen eine der größten Überraschungen der 2. Liga.  © Imago / Jan Huebner

Energie hat nicht nur die drittmeisten Tore erzielt, sondern gibt mit 18 Versuchen auch die drittmeisten Torschüsse der Liga ab, ungewöhnlich angriffslustig für einen Aufsteiger.

Die 13 Tore nach fünf Runden sind gar der beste Offensivwert eines Aufsteigers seit 25 Jahren!

Die Kehrseite der Medaille ist die Defensive - Energie lässt 2,95 Expected Goals zu, kein anderer Club hat überhaupt einen Wert von über 2,0!

Energie gibt den Draufgänger, Trainer Pele Wollitz (61) meint stellvertretend: "Unsere Chance ist, nach vorne zu spielen. Und unsere Chance ist, auch Tore zu bekommen."

Brutal unausrechenbar

Lukas Michelbrink (21, r.) hat mit seinem Treffer die Liste der Torschützen erweitert.
Lukas Michelbrink (21, r.) hat mit seinem Treffer die Liste der Torschützen erweitert.  © Uli Deck/dpa

Die 13 Buden auf acht verschiedene Torschützen verteilen, auch das ist Top-Wert der Liga.

Auffällig: Es treffen aus jedem Mannschaftsteil Spieler, auch die Verteidiger King Manu (22) und Luca Erlein (19) haben schon ein Tor auf dem Konto.

Tordebütant Dominik Pelivan (29) aus dem defensiven Mittelfeld sagt: "Das ist ein bisschen auch Tagesform. Wichtig ist, dass wir oft in diese Abschlusssituationen kommen."

Die Torverteilung ist umso bemerkenswerter, da seit Spieltag zwei Toptorjäger Erik Engelhardt (28) langzeitverletzt fehlt und kein 1:1-Ersatz verpflichtet wurde. Dafür treten andere Spieler aus ihrem Schatten.

Starke Steigerung während des Spiels

Dominik Pelivan (29) hat getroffen - es ist das fünfte Tor eines "Wechselspielers".
Dominik Pelivan (29) hat getroffen - es ist das fünfte Tor eines "Wechselspielers".  © Uli Deck/dpa

Auch die neun Tore nach dem Seitenwechsel sind Bestwert der Liga. Bei der Mega-Aufholjagd in Wolfsburg bescherten drei Treffer nach der Pause einen Punkt, in Karlsruhe sicherten zwei den Sieg.

"Wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Tore macht, muss ich sagen: Chapeau, Riesen-Kompliment", so Wollitz am Sonntag über sein Team.

Doch es gibt noch einen weiteren ligaweiten Superlativ - fünf FCE-Treffer fielen durch Einwechsler. Im Sprachgebrauch von Wollitz heißen die Joker seit Längerem "Wechselspieler" und die ganz entscheidenden Akteure "Gamechanger".

Damit will Energies Trainer die Wichtigkeit dieser Spieler betonen. "Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, vielleicht manchmal von vornherein anders aufzustellen", führt Wollitz aus.

Spielglück auf der Seite

Manuel Lotka (25, M.) hält Energie im Spiel, auch ein Rückstand wäre mehrfach möglich gewesen.
Manuel Lotka (25, M.) hält Energie im Spiel, auch ein Rückstand wäre mehrfach möglich gewesen.  © Uli Deck/dpa

Auch das gehört zur ungeschminkten Wahrheit - Energie ist unter denjenigen, die am meisten Aluminium-Treffer kassiert haben, hat insgesamt sechsmal Glück gehabt.

Auch in Karlsruhe ließ sich über eine Elfmeter-Szene streiten, als King Manu nach 33 Minuten KSC-Stürmer Louey Ben Farhat (20) den Ball wegspitzelte - wohl mit Gegnerkontakt. Auch dafür hat es schon Strafstoß gegeben.

Wollitz ehrlich: "Wir hatten natürlich auch in der ein oder anderen Situation, speziell in der ersten Halbzeit, etwas Glück. Das werden wir immer brauchen."

Unterm Strich bleibt das Bild des aufmüpfigen Aufsteigers, der sein Heil in der Offensive sucht: "Man hat heute wieder gesehen: Wenn wir nach vorne spielen, sind wir konkurrenzfähig", stellt ein zufriedener Wollitz fest.

Titelfoto: Imago / Jan Huebner

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