Energie - rotzfrech wie nie! Cottbus zieht der 2. Liga die Löffel lang
Cottbus - Ganz schön frech für einen Aufsteiger! Energie Cottbus zieht nicht nur dem KSC im Wildpark mit dem 3:0 (1:0) das Fell über die Ohren, sondern nach fünf Spieltagen der ganzen 2. Liga die Löffel lang!
Die Newcomer-Band von Pele Wollitz sorgt beim KSC für die nächste dicke Überraschung, düpiert den gestandenen Zweitligisten in dessen eigenem Stadion.
Der Reihe nach: Unmittelbar vor der Pause überlistet Lucas Copado die Karlsruher Defensive per Hackentrick - Lukas Michelbrink zeigt mit seinem schwächeren Linken Hans Christian Bernat im KSC-Tor die lange Nase, sein erster Profitreffer überhaupt!
Beim zweiten Tor wagt der eingewechselte Defensivakteur Dominik Pelivan das Dribbling, schließt ebenfalls mit seinem schwächen Fuß ab - wieder sieht Karlsruhes Hintermannschaft bei einer Torpremiere ganz alt aus.
Das dritte Tor resultiert aus mutigem Pressing - Cottbus luchst dem KSC den Ball ab, Justin Butler vollendet trocken zum 3:0 (62.). Energie - so rotzfrech wie nie!
Danach fehlte dem KSC der Glaube. Energie schaukelte wie ein alter Hase das Ergebnis über die Runden, hatte durch Christian Kinsombi sogar noch einen Pfostentreffer (74.). Das 3:0 bleibt zum Ende hin ungefährdet.
Energie Cottbus' No-Names rocken die 2. Liga - Pele Wollitz lobt seine furiose Offensive
Es ist nach der furiosen Aufholjagd bei Liga-Krösus Wolfsburg (4:4 nach 0:3) und dem Glücks-Coup gegen Aufstiegskandidat Hannover das nächste Achtungszeichen des Aufsteigers.
Und noch besser: Energies Abwehr agiert nicht fehlerfrei, straft aber ihrem eigenen Trainer Lügen, spielt zum ersten Mal zu null. Dieses Szenario hatte Wollitz nach Wolfsburg schon fast kategorisch ausgeschlossen.
Stattdessen ging laut Wollitz, trotz oder gerade weil Energie am Deadline Day nicht mehr aktiv wurde, ein Ruck durchs Team. Energies No-Names rocken die 2. Liga!
Plötzlich rangiert Cottbus nur einen Punkt hinter Wolfsburg oder Kaiserslautern, hat Hannover und Bochum überholt.
Doch Energies Trainer grantelt später trotzdem auf der Pressekonferenz: "Wir diskutieren über zwölf Gegentore. Es diskutiert keiner darüber, dass Energie Cottbus schon 13 Tore erzielt hat. Da sieht man, wo wir uns befinden. Es wird immer nur nach dem einen gesucht und nicht das andere herausgestellt."
Ja, vielleicht sollte die Liga Energies Offensive (die drittstärkste nach fünf Spielen) ernst nehmen. Acht verschiedene Torschützen sind nur einer der vielen Bestwerte des frechen Aufsteigers.
Titelfoto: Imago / Jan Huebner

