Rösler flippt aus, Wollitz rüffelt sich und seine Spieler! Bochum verpasst Cottbus dicken Denkzettel
Cottbus - Beste Laune bei Uwe Rösler (57), großer Ärger bei Energie Cottbus: Nach einem Wechselbad der Gefühle springt Bochums Trainer jubelnd durch die Mixed-Zone, flippt voller Glück für einen kurzen Moment aus. Währenddessen kocht es in Cottbus-Coach Pele Wollitz (61) nach dem 1:2 (1:0).
"Totgesagte leben länger", sprudelte es aus Rösler vor versammelter Presseschaft förmlich heraus. Kurz darauf verschwand der VfL-Coach und tauschte die kurze Hose gegen eine lange für die Pressekonferenz, auf der er klarstellte: "Das war ein Scherz."
Dieser Satz spiegelte nicht nur die Bochumer Woche, sondern auch den Spielverlauf wider. Wirkte der VfL in der ersten Hälfte passiv, überflügelten die Gäste später die Hausherren, weil Energie ab Minute 35 in allen Belangen nachließ.
Cottbus konnte von Glück reden, dass zwei Bochumer Treffer wegen Abseits (zu Recht) einkassiert wurden. Genauso wie das vermeintliche Cottbuser 2:0. Hat der VAR dem FCE den Stecker gezogen?
Pele Wollitz (61) deutlich: "Nein. Wir müssen ja ehrlich sein. [...] Ich habe zu spät einfach die falschen Spieler gewechselt. Deswegen bin ich schon sauer. Ich hab es einfach verpasst. Ich nehme das Spiel auf meine Kappe."
Durch schlaue VfL-Wechsel (wie dem nach 26 Minuten) und einem Matchplan, der im Spielverlauf erlaubte, nachzuladen, verpasste Bochum Cottbus und Wollitz einen dicken Denkzettel.
Energie Cottbus verteidigt schlecht, Pele Wollitz legt den Finger in die Wunde
Neben aller Selbstkritik zählte Wollitz aber auch sein Team an: "Es liegt an Spielern, die meinen, ein höheres Niveau zu haben. Aber das sehen wir nicht. [...] Heute bin ich zum ersten Mal richtig, richtig enttäuscht. Es gilt jetzt zu handeln."
Wen der Trainer damit meinte, verriet er nicht. Offenkundig war, dass die Energie die rechte Defensivflanke nicht mehr geschlossen bekam.
Moritz Hannemann (28) ehrlich: "Wir kassieren dreimal das gleiche Gegentor. Wir müssen 90 Minuten lang versuchen, das hochzuhalten. [...] Irgendwann hat der Gegner zu viel Qualität in der Liga und bestraft das."
Eine Kraftfrage? Dem widersprach Hannemann deutlich. Stattdessen lieferte Wollitz die Erklärungen und sprach von fehlender "Qualität", "Defiziten" und falschen "Mustern" in der Arbeit gegen den Ball.
Aus diesen muss der erfahrene Trainer seine Schützlinge nach dem siebten Spiel (!), in dem Energie eine Führung abgibt, herausholen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Matthias Koch;

