Stromausfall wie 1997! Cottbus knipst Hannover wieder das Licht aus
Cottbus - Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Fußball! 1997 fällt im Stadion der Freundschaft bei der Relegation zwischen Energie Cottbus und Hannover 96 das Flutlicht beim Stand von 1:1 aus, danach gewinnen die Gastgeber mit 3:1 das Spiel. Und 2026? Wiederholt sich die krude Nummer.
In der Halbzeit machte sich im Cottbuser Stadion plötzlich ein merkwürdiges Gemurmel breit. Das lag nicht nur daran, dass es viele Diskussionen über den ersten Durchgang (1:1) gab.
Vielmehr gab es einen nahezu flächendeckenden Stromausfall. Die Videowände schalteten schwarz, die Stadionmikrofone blieben notgedrungen stumm. Das Flutlicht, das auch tagsüber im Sommer aufgrund der Torlinientechnik läuft, fiel aus.
Die Halbzeit verlängerte sich zwangsweise um sieben weitere Minuten, bis die wichtigsten Systeme wieder hochfuhren.
FCE-Präsident Sebastian Lemke: "Es gab eine Überlastung meines Wissens, wir haben die Ursache noch nicht gefunden. Es war kurzzeitig alles aus gewesen. Wir haben da relativ schnell reagiert, den Strom wieder angemacht."
Das in die Jahre gekommene LEAG Energie Stadion hatte zuletzt vor zwölf Jahren 2. Liga gesehen, damals gab es noch keine Torlinientechnik.
Ersten Mutmaßungen zufolge könnte die Überlastung des Stromnetzes mit dem Elbenwaldfestival zusammenhängen, das im benachbarten Spreeauenpark stattfand.
Energie Cottbus zieht Hannover 96 in der zweiten Hälfte den Stecker
Auf dem Platz wirkte es fast so, als hätte Hannover jemand in der Pause den Stecker gezogen. Der Aufstiegsaspirant hatte im Laufe der ersten Hälfte den Aufsteiger in Grund und Boden gespielt, sich nahezu im Minutentakt Gelegenheiten erarbeitet.
Allein: Die Titz-Elf verpasste es, die vielen Chancen in Tore umzumünzen.
Mit Beginn der zweiten Hälfte nahmen Druck und Tempo der Gäste ab, Energie hielt besser dagegen und schaffte es spätestens mit dem Elfmeter (71.) "in die Köpfe des Gegners" - so FCE-Trainer Pele Wollitz - zu kommen.
Kurz darauf überrumpelte Energies Luca Erlein mit Hackentrick nach Ecke die Hannover-Defensive. Justin Butler hatte plötzlich freie Schussbahn (76.). Energie brachte die glückliche 3:1-Führung mit dem Stadion im Rücken über die Runden - und hat trotz Dreiers nicht nur auf dem Feld so einige Baustellen.
Lemke schmunzelnd: "Wenn das Licht noch 16-mal ausfällt und wir 16-mal 3:1 gewinnen, ist alles okay für mich."
Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

