Cottbus - Mit dieser Leistung braucht Energie Cottbus nicht vor der 2. Liga bange zu sein. Doch Trainer Pele Wollitz (61) zeigt nach dem grandiosen Pokalfight gegen Augsburg (0:2) kein Anzeichen von Optimismus. Warum?
Klar hatte sein Team die Pokal-Überraschung verpasst, die durchaus an diesem Nachmittag gegen ein mäßiges Augsburg möglich gewesen war.
Doch im Vergleich zur Liga waren Körpersprache und Leistung eine 180-Grad-Kehrtwende. Augsburg-Trainer Manuel Baum (46) sprach gar von einem Spiel und einer Stimmung auf Bundesliga-Niveau - und Wollitz?
Gab auf der Pressekonferenz im Anschluss den Mahner, den Skeptiker, den Kritiker, redete lieber über das "Gefälle in der Mannschaft". Ein Wort der Freude über den beherzten Auftritt seiner Truppe kam ihm nur mühsam über die Lippen.
"Die Frage ist, ob man mit einer Niederlage Selbstvertrauen auftanken kann", so Energies Trainer, der auch aus dem Spiel nicht ableiten wollte, ob sein Team endlich die "Berechtigung" für die 2. Liga erlangt habe.
Wollitz reserviert: "Das kann ich nicht sagen. Das werden wir nächste Woche sehen, ob wir dann auch Torraumszenen haben."
Natürlich hat der erfahrene Übungsleiter recht, dass Pokal und Liga zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Doch ist sich Wollitz bewusst, dass er - gewollt oder ungewollt - das wandelnde Stimmungsbarometer des Vereins ist?
Energie Cottbus im Stimmungs-Zwiespalt
Auch TAG24 horchte in den Club, ins Team, in die Anhängerschaft rein. Viele halten den Dauer-Abgesang für überzogen oder mindestens für nervend.
Mittelfeldmotor Lukas Michelbrink (21) nach dem Pokalfight deutlich: "Wir sind der Underdog. Das sind wir auch in der Liga, heute hatten wir echt nichts zu verlieren, so haben wir gespielt, so haben wir gekämpft. Wenn wir das übertragen können auf die Liga, sehe ich was Gutes."
Stattdessen spricht der Trainer seit der Vorbereitung seinem Team, das er selbst zusammengestellt hat, in einer Tour die Zweitliga-Reife ab. Überdreht Wollitz das Rad?
Zum Beispiel ist die konsequente Nichtnominierung des erfahrenen Anderson Lucoqui (29) - trotz offensichtlicher Baustelle links hinten - nicht nur in der Fanszene höchst umstritten.
Mit seiner unbequemen Art und dem Dauernörgeln auf den Pressekonferenzen eckt der polarisierende Trainer (wieder einmal) an, sorgt für Verstimmung im Verein, Verwunderung im Team und einen Euphorie-Killer im Umfeld.
Der schwungvolle Auftritt gegen Augsburg hätte mehr als nur gut 14.000 Fans verdient gehabt, vielleicht blieben aber auch einige wegen Wollitz' Miesepeter-Stimmung zu Hause.