Wollitz schonungslos trotz Auftaktsieg: "So keine Berechtigung in der 2. Liga zu spielen"
Cottbus - Die Lausitz kann ihr Glück kaum fassen! Direkt im ersten Spiel schlägt Aufsteiger Energie Cottbus das hoch favorisierte Hannover 96 (3:1). Doch Trainer Pele Wollitz (61) ist so gar nicht zufrieden und gibt den Mahner.
Schon der Führungstreffer war ein Glückstor von Tolcay Cigerci (31), sein Freistoß wurde abgefälscht. Anschließend "spielte" Hannover die Hausherren "her", fand Cottbus' Coach.
Zur Halbzeit hätten die Gäste 3:1 oder gar 4:1 führen müssen. Stattdessen ging Energie mit einem 1:1 in die Kabine und erarbeitete sich mit dem Glück des Tüchtigen den 3:1-Erfolg.
Doch die Wahrheit sagt auch, dass alle drei Energie-Treffer Standards entsprangen. "Ohne Torchance 3:1 zu gewinnen, kommt selten im Fußball vor", so Wollitz alarmiert, der sich im Weiteren auf der PK überaus kritisch zeigte:
"Wenn man in 90 Minuten, 95 Minuten keine Torchancen spielt, dann weißt du, dass du ein Problem hast. Dann weißt du, dass es nicht um Einstellungen geht, sondern dann geht es um Qualität."
Und dann setzte der erfahrene Fußballlehrer noch einen drauf: "So viel Glück kannst du grundsätzlich nicht haben. Das ist nicht eine Berechtigung, in der zweiten Bundesliga zu spielen, so wie wir heute Fußball gespielt haben."
Energie Cottbus braucht laut Pele Wollitz weitere Verstärkungen für das Unterfangen 2. Liga
Spricht Wollitz seiner Truppe die Zweitliga-Tauglichkeit ab? Fakt ist, dass ein Hannover in der Form der ersten Hälfte zu den Aufstiegskandidaten zählen dürfte. Auch der Expected Goals-Wert (1,41 vs. 2,72) fiel eindeutig zugunsten der Gäste aus.
Klar ist auch, dass Energie weitere Verstärkungen benötigt. Der Wunsch, bis zu vier Zugänge einzutüten, ist nicht neu. Wollitz: "Ich habe das mehrmals hinterlegt."
Allerdings kamen nicht alle Akteure an ihr "Maximum", so Energies Trainer. Zur Pause mussten der überforderte Youngster Jannis Zaydan (19) sowie die unsichtbaren Jannis Boziaris (22) und Lucas Copado (22) weichen.
Energie stellte um auf Dreierkette, spiegelte Hannovers Grundordnung, brachte in Fousseny Doumbia (21), Justin Butler (25) und Moritz Hannemann (28) viel Körperlichkeit. Das fruchtete.
Da war Wollitz längst klar, dass das Glück bald aufgebraucht sein dürfte.
Titelfoto: Robert Michael/dpa

