Wegen Musiala-Meldung: Türkischer Journalist festgenommen
Von Mirjam Schmitt und Ergin Hava
München/Istanbul - Ein türkischer Sportjournalist ist vorübergehend festgenommen worden, weil er in den sozialen Medien über einen angeblich bevorstehenden Wechsel des Bayern-Stars Jamal Musiala (23) zu Galatasaray Istanbul berichtete.
Gegen den Journalisten werde wegen der öffentlichen Verbreitung irreführender Informationen ermittelt, berichteten der türkische Sender NTV und andere Medien übereinstimmend. Er sei am Montagabend wieder freigelassen worden.
Der Journalist hatte demnach zuvor berichtet, dass Musiala kurz vor einem Wechsel zu Galatasaray Istanbul stehe. Der Club hatte Transfergerüchte Ende Juli dementiert und sprach von einer bewussten Verbreitung irreführender Nachrichten.
Galatasaray führe Transferaktivitäten mit großer Diskretion durch, man bitte die Fans, sich nur auf offizielle Mitteilungen zu verlassen, hieß es.
"Es ist bemerkenswert, dass die Personen und Medien, die hinter diesen Spekulationen stehen, bereits in der letzten Saison ähnliche Falschmeldungen verbreitet haben", schrieb der Verein.
Das türkische Parlament hatte 2022 ein umstrittenes Desinformationsgesetz verabschiedet. Damit kann unter anderem die Verbreitung von Falschinformationen unter Strafe gestellt werden, wenn der Verfasser das Motiv hat, Beunruhigung auszulösen.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
