"Alle das machen, was gefordert ist": Oktober ist für FCE der Monat der Wahrheit
Aue - "Wir sind halt erst zwei, drei Monate zusammen. Eine absolute Schwäche sind die Standards, wo wir ansetzen müssen. Andersherum müssen wir in der Box konsequenter sein", sieht Cheftrainer Khvicha Shubitidze (52) in der Pokalpause einiges an Hausaufgaben vor seinen Veilchen liegen. Die müssen auch erledigt werden, denn der Oktober ist für Erzgebirge Aue der Monat der Wahrheit!
Greifswald (A), Halle (H), Zwickau (A) und Jena (H) sind ein ordentliches Brett. In den vier Partien kann man Mitkonkurrenten distanzieren oder selbst ins graue Mittelmaß abrutschen.
Das Defensivverhalten bei ruhenden Bällen ist ein Fakt, auf den Shubitidze schon vor der Heimpleite gegen Chemie Leipzig von TAG24 angesprochen wurde.
"Wenn man in der Raumdeckung seinen Job macht, kassiert man auch kein Tor - wenn wir alle das machen, was gefordert ist", erklärte der 52-Jährige.
Machen, was gefordert ist, ist ein Credo, das für beide Enden des Feldes gilt. Von den Top acht hat der Schacht gemeinsam mit Greifswald (je 16) die meisten Gegentore geschluckt. Die 20 eigenen Treffer werden in jenem Achterkreis nur von Jena (19) und Halle (18) unterboten.
Was die Tordifferenz anbelangt, hat Aue mit plus vier die schlechteste von allen acht. Erfurt (+25) und der CFC (+20) spielen hier in ihrer eigenen Liga, in weitem Abstand gefolgt von Halle und Jena (+9).
Auf die Frage, was Shubi derzeit am meisten Kopfzerbrechen bereitet, braucht er deswegen nicht lange nachzudenken. "Mich nervt, dass fast jede Großchance für den Gegner drin ist. Vorne lassen wir zu viel liegen. Wenn du im Eins-gegen-eins auf den Torhüter zuläufst, erwarte ich schon, dass der Ball drin ist", so Shubitidze, früher selbst zweit- und drittligaerfahrener Stürmer.
Simon Skarlatidis: "Warten aber schon seit Wochen, dass wir in den Killermodus schalten"
Der Chancenwucher fiel am Sonntag gegen Chemie auf die Füße. Christoph Pauling (26) ließ, wie schon in Erfurt, eine große Möglichkeit ungenutzt. Willi Kamm (24) tat es ihm diesmal gleich, als er am langen Pfosten daneben traf.
Sieht man sich die bisherigen Spielverläufe an, fällt auf, dass der FC Erzgebirge außer beim 2:0 gegen Tasmania Berlin in keiner Partie eine eigene spielerische Dominanz halbwegs ins Ergebnis ummünzen konnte. Fünf von sechs Siegen wurden mit einem Tor Differenz eingefahren.
Das wurmt die Spieler selbst am meisten. "Natürlich haben wir gegen Chemie die Chance auf das 2:0. Da müssen wir sie killen. Wir warten aber schon seit Wochen, dass wir mal in den Killermodus schalten und das zweite oder dritte Tor nachlegen", bemängelt Simon Skarlatidis (35).
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag
