"Dann würde ich von selbst sagen, jetzt ist Schluss": Aue-Keeper Männel hat aber noch lange nicht genug

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Aue - "Wenn ich an den Punkt käme, wo ich nur noch über den Platz krauche, dann würde ich von selbst sagen, jetzt ist Schluss, ich hänge meine Schuhe an den Nagel. Aber ich fühle mich nach wie vor topfit, um weiter Fußball zu spielen", unterstreicht Martin Männel (38) im TAG24-Gespräch vor seinem 600. Pflichtspiel für Erzgebirge Aue am Sonnabend gegen Luckenwalde. Er, der mittlerweile sein halbes Leben als Fußballprofi verbringt.

Martin Männel (38) bestreitet am Samstag sein 600. Pflichtspiel für Aue.
Martin Männel (38) bestreitet am Samstag sein 600. Pflichtspiel für Aue.  © imago/Beautiful Sports

Er ist Profi durch und durch, anders hätte er es auch nie so weit gebracht. So viele Pflichtspiele für ein und denselben Klub zu bestreiten, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. Was ist das Geheimnis, auch nach 18-jähriger Vereinszugehörigkeit ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft zu sein und eben leistungstechnisch ganz oben dabei zu sein?

"Ich habe gute Gene von meinen Eltern mitbekommen", schmunzelt Männel, hat da aber einen Punkt: "Ich bin von schweren Verletzungen verschont geblieben, wenngleich ich mir vor sechs Jahren die Schulter ausgekugelt, vor vier Jahren eine Knie-OP hatte und 2016 die Verletzung am Ellenbogen. Da merkt man zwar schon manchmal seinen Körper, aber nicht derart, dass es mich in meinem Torwartspiel hemmen würde."

Nicht umsonst attestierte ihm Khvicha Shubitidze (52) einen top fitten Zustand. Zudem schätzt der Veilchen-Coach die enorme Erfahrung und Ruhe, die Männel ausstrahlt.

Männel: "Sobald du dich auf das Spiel vorbereitest, bist du in einem Tunnel drin."

600. Pflichtspiel für den FC Erzgebirge und noch kein bisschen müde: Keeper Martin Männel (38).
600. Pflichtspiel für den FC Erzgebirge und noch kein bisschen müde: Keeper Martin Männel (38).  © picture point/Sven Sonntag

Wenn man den 38-jährigen Torhüter über die Jahre im Zuge der Berichterstattung über den Schacht journalistisch begleitet hat, sah man stets einen Keeper, der auf den Punkt austrainiert wirkt, der nahezu immer, wenn gefordert, da war.

Und wenn es doch mal zwickt und zwackt? "Sobald du dich auf das Spiel vorbereitest, bist du in einem Tunnel drin und das Adrenalin lässt dich vieles ausblenden", verrät der Routinier. Dass man ihm sein Alter nicht so recht anmerkt, liegt's vielleicht auch an den vielen jungen Mitspielern?

Männel lacht: "Gut möglich. Wenn ich sehe, wie sich die Jugendsprache über die Zeit verändert, da musst du dran bleiben und das hält dich auch selbst jung, gerade wenn du mit Spielern zusammenspielst, die 18 Jahre oder mehr jünger sind als du selbst. Gleichzeitig willst du ihnen weiterhelfen, so wie das bei mir damals war, als ich noch ein junger Torhüter gewesen bin und von den Erfahreneren gelernt habe."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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