Magdeburg - Nach dem bitteren 1:3 gegen den KSC ist es für die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg schwierig, die richtigen Worte zu finden. Mit dieser vierten Heimniederlage in Folge steht die Mannschaft von Petrik Sander (65) auf dem 17. Tabellenrang, einem direkten Abstiegsplatz.
"Die Gefühlslage ist beschissen. Wir machen es dem Gegner viel zu leicht, laden den Gegner immer ein, und wir müssen selbst einen wahnsinnigen Aufwand betreiben", bringt es Verteidiger Philipp Hercher (29) nach dem Spiel auf den Punkt. Der FCM benötigt für die eigenen Tore zu viele Chancen und ist in den Abschlüssen zu ungefährlich. Dabei stehen die Elbestädter mit einem xGoals-Wert von 44,2 sogar auf dem fünften Platz in dieser Statistik.
Und das als 17. dieser 2. Liga. Grund für diese Realität ist, wie auch von den Akteuren beschrieben, die eigene defensive Instabilität. "Wir kriegen wieder viel zu leicht Gegentore und dann wird es in dieser Liga einfach schwer", äußerte sich Alexander Nollenberger (28) ähnlich wie sein Kollege.
Auch Dariusz Stalmach (20), der einmal mehr nur die Rolle des Einwechselspielers einnahm, findet klare Worte für die aktuelle Situation: "Ehrlich gesagt, ist es mir egal, ob wir gut mit dem Ball spielen können oder nicht, wir müssen die Spiele gewinnen, jeder von uns will in der Liga bleiben. Die erste Hälfte war schlecht."
Nollenberger richtet bei den Interviews nach dem Spiel einen klaren Appell an seine Mannschaftskollegen: "Jeder Spieler muss jetzt zu Hause reflektieren: Was kann ich besser machen?"
Petrik Sander gesteht Fehler ein
Für FCM-Coach Sander waren die ersten 45 Minuten ein Durchgang zum Vergessen: "Die erste Halbzeit war nicht gut. Sie war auf keinen Fall so, wie wir uns das vorgestellt haben und wie wir auch wissen, dass die Mannschaft Fußball spielen kann."
Trotz der geforderten Mentalität hat seine erste Elf alles andere als vor Selbstbewusstsein gestrotzt: "Wir haben sehr verunsichert gewirkt", beschreibt Sander seine Jungs. Gleichzeitig gesteht er sich auch ein, dass seine Entscheidung bezüglich der Startelf nicht funktioniert hat: "Wir haben die ein oder andere Personalentscheidung nicht richtig getroffen."
Trotzdem ist auch diesmal wieder nicht alles schlecht gewesen, zumindest beim Blick auf den zweiten Durchgang. Das sieht auch Sander so, der davon spricht, dass nach dem 0:2 trotzdem noch ein „Zusammengehörigkeitsgefühl“ zu empfinden war.
Am Freitag (18.30 Uhr) ist der 1. FC Magdeburg dann wieder auswärts gefragt, wenn es gegen die SV Elversberg geht. Aus dem verlorenen Heimspiel müssen in vielen Bereichen die richtigen Lehren gezogen werden, um noch das rettende Ufer zu erreichen.