Chancenwucher führt zu nächster Heimpleite: Magdeburg kommt nicht aus dem Zweitliga-Keller raus
Magdeburg - Die sportliche Krise beim 1. FC Magdeburg spitzt sich immer weiter zu, das Team von Trainer Petrik Sander kommt in der 2. Bundesliga nicht aus dem Tabellenkeller heraus. Am Sonntag musste die Mannschaft die vierte Heimpleite in Serie einstecken. Gegen den Karlsruher SC hieß es am Ende 1:3 (0:1).
Ein Doppelpack des jungen Louey Ben Farhat (20. und 53. Minute) sowie das Tor von Marvin Wanitzek (87.) besiegelten die fünfte Niederlage im siebten Spiel der Rückrunde. Der 1:2-Anschlusstreffer von Dariusz Stalmach (66. Minute) konnte die Wende nicht mehr einleiten.
Den Willen konnte man den Hausherren keineswegs absprechen, sie kämpften, doch der erste fatale Fehler des 1. FC Magdeburg wurde in der ersten Hälfte direkt bestraft.
Innenverteidiger Jean Hugonet spielte Marvin Wanitzek den Ball im Spielaufbau direkt in die Beine, der passte schnell auf Ben Farhat. Der 19-Jährige dribbelte sich dann zu leicht durch die Club-Defensive und schob zur Führung für die Badener ein.
Bis dahin hatten Richmond Tachie (1. Minute), der in der Startelf ran durfte und Gnaka (12.) gute Gelegenheiten, doch beide Male ging der Ball knapp am gegnerischen Tor vorbei.
Zudem präsentierte sich KSC-Keeper Hans Christian Bernat sicher, entschärfte die gute Gelegenheit von Alexander Nollenberger in der 31. Minute.
1. FC Magdeburg drängt in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich, doch dann schlägt der KSC eiskalt zu
Nach seinem Patzer zum 0:1-Rückstand musste Jean Hugonet ebenso wie Silas Gnaka vom Feld, für die beiden kamen Marcus Mathisen und Torschütze Dariusz Stalmach.
Während die Fans ihr Team in der Halbzeit vereinzelt schon mit Pfiffen in die Kabine schickten, wurden diese nach dem 0:2 durch Ben Farhat lauter. Zuvor schaffte es der FCM in der 53. Minute einfach nicht, das Leder aus dem eigenen Sechzehner zu kriegen.
Doch mit dem Anschluss durch Stalmach keimte neue Hoffnung in der Avnet-Arena auf. Die Magdeburger erhöhten angetrieben von ihren lautstarken Fans den Druck auf das gegnerische Tor.
Doch Bernat war sowohl gegen Tachie, als auch gegen Mathisen (beide 56.) und Mateusz Zukowski (74.) zur Stelle. In der 80. Minute hätte Rayan Ghrieb dann den Ausgleich machen müssen, legte den Ball aber am Tor vorbei.
Kurios wurde es kurz zuvor, als KSC-Keeper Hans Christian Bernat seine 5. Gelbe Karte in dieser Saison wegen Zeitspiels sah (79.) und damit im kommenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden fehlt.
Der Chancenwucher wurde bei den Magdeburgern immer schlimmer, auch Zukowski (84.) und Stalmach (86.) vergaben nochmal, ehe der KSC eiskalt zuschlug und mit dem 3:1 den Deckel auf die Partie machte.
Statistik zum Spiel 1. FC Magdeburg gegen den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga
2. Bundesliga, 24. Spieltag
1. FC Magdeburg - Karlsruher SC 1:3 (0:1)
1. FC Magdeburg: Reimann - Hercher, Hugonet (46. Mathisen), To. Müller, Nollenberger - Gnaka (46. Stalmach), F. Michel, Ulrich (82. Ahl-Holmström) - Tachie (57. Ghrieb), Zukowski, Atik
Karlsruher SC: Bernat - Ambrosius, Franke, Kobald - S. Jung (46. Pinto Pedrosa), Kwon (69. Wäschenbach), Herold - Burnic (83. Förster), Wanitzek - Ben Farhat (82. Opitz), Simic (69. Schleusener)
Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (Hamburg)
Zuschauer: 24.081
Tore: 0:1 Ben Farhat (20.), 0:2 Ben Farhat (53.), 1:2 Stalmach (66.), 1:3 Wanitzek (87.)
Gelbe Karten: To. Müller (5), F. Michel (5) / Kwon (3), Burnic (7), Bernat (5), Kobald (7)
Titelfoto: Bildmontage: Julius Frick/dpa

