Rüde Schlussphase in München: FCM bangt um Torschütze Mateusz Zukowski
Magdeburg - Zehn Minuten vor Schluss war das Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Magdeburg längst entschieden, doch dann kochten die Gemüter auf dem Platz noch mal über. Gleich mehrere gelbwürdige Fouls musste Schiedsrichter Harm Osmers (41) unterbinden, darunter traf es auch FCM-Topstürmer Mateusz Zukowski (24), der für das Wochenende nun fraglich ist.
Einige Zuschauer hatten das Stadion bereits verlassen, dadurch verpassten sie aber eine sehr hitzige Schlussphase. Dabei war es lange ein sehr faires Spiel, bis zur 80. Minute konnte Osmers die Karten stecken lassen.
Danach allerdings musste er aktiver in das Spielgeschehen eingreifen. Insgesamt fünf Gelbe Karten verteilte der Unparteiische in den letzten zehn Minuten, bei den Magdeburgern erwischte es Falko Michel (25), Pierre Nadjombe (23) und Anselmo García MacNulty (23), auf Bayern-Seite Nathaniel Brown (23) und Aleksandar Pavlović (22).
Besonders Letzterer könnte mit seinem Foul an Zukowski langfristige Wirkung gehabt haben. Der Pole fiel nach dem heftigen Einsteigen von Pavlović auf die Schulter und musste behandelt werden. Auch wenn er danach zunächst weitermachen konnte, ist ein Einsatz für das Wochenende laut FCM-Coach Petrik Sander (65) noch unklar.
Zukowski war in derselben Nacht noch ins Krankenhaus gebracht worden, Sander kommentierte den Zustand einen Tag später: "Es ist keine schwerwiegende Sache. Aber es ist schmerzhaft. Da müssen wir abwarten, wie sich die Problematik entwickelt", so der 65-Jährige. Für das Spiel gegen Darmstadt sei man "vorsichtig optimistisch".
FCM-Profis fühlten sich provoziert
Einer der Gründe, warum es überhaupt so weit gekommen war, könnte Lennart Karl (18) sein. Der FCB-Youngster gestaltete sein Spiel in einer übermäßigen Lässigkeit, die bei den Elbestädtern überhaupt nicht gut ankam. Tobias Müller (32) machte das dann mittels eines Remplers klar.
"Es war die 80. Minute und es steht 5:1. Für mich war es ein bisschen provokant in der Situation. Deswegen habe ich gesagt, du brauchst uns jetzt nicht auch noch verarschen. Trotzdem habe ich mich dann ein paar Minuten später bei ihm entschuldigt, denn da brauchen wir nicht zu hacken, aber es war ein kleiner Rempler", so Müller.
Nicht ganz so einsichtig war Verteidiger-Kollege Anselmo García MacNulty, der mit Karl kurzen Prozess machte und ihn per Bodycheck zum Überschlag brachte. Auch Karl blieb kurz liegen, konnte dann aber weitermachen. Gut möglich, dass dieses Foul bei einigen Bayern-Akteuren weniger entspannt aufgenommen wurde und man sich revanchieren wollte.
Der FCM muss jetzt auf eine überdurchschnittlich schnelle Regeneration seines Goalgetters hoffen, denn am Samstag geht es auswärts gegen den Tabellenletzten aus Darmstadt. Keineswegs eine leichte Aufgabe, immerhin warfen die Lilien unter der Woche den Bundesligisten aus Elversberg aus dem Pokal.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

