Das sind St. Paulis größte Trümpfe im Abstiegskampf
Hamburg - Jetzt beginnt die Crunchtime! Der FC St. Pauli befindet sich sieben Tage vor Ende der Saison auf Tabellenposition 16 und damit mittendrin im Abstiegskampf. Für die noch ausstehenden Spiele haben sie mehrere Trümpfe in der Hand.
Zum einen ist das der Spielplan. Von den noch sieben verbleibenden Partien bestreiten die Kiezkicker vier davon am Millerntor. Dort haben sie bislang doppelt so viele Punkte geholt wie auswärts - 16 zu acht.
Abgesehen vom nächsten Heimspiel gegen den FC Bayern München (11. April, 18.30 Uhr) trifft St. Pauli in den restlichen drei Begegnungen ausschließlich auf machbare Gegner und direkte Konkurrenten im Abstiegskampf: 1. FC Köln (17. April, 20.30 Uhr), Mainz 05 (3. Mai, 15.30 Uhr) und den VfL Wolfsburg (16. Mai, 15.30 Uhr).
Ein Vorteil, wie Hauke Wahl (31) meint. "Wir haben in den vergangenen Spielen gezeigt, dass wir am Millerntor schwer zu bespielen sind", erklärte der Abwehrspieler. "Wir treffen zu Hause noch auf direkte Konkurrenten, das kann ein Vorteil für uns sein."
Entsprechend hat St. Pauli sein eigenes Schicksal vor allem durch die Heimspiele in der eigenen Hand. "Das Ende einer Saison ist immer das Geilste. Alle anderen Spiele sind eine Vorbereitung, in der sich einige Vereine einen Vorsprung erspielt haben. Jetzt geht es um die Wurst", wusste der gebürtige Hamburger.
FC St. Pauli sieht Druck bei der Konkurrenz im Abstiegskampf
Auswärts hingegen wartet auf die Kiezkicker folgendes Restprogramm. Zunächst steht am Ostersonntag (15.30 Uhr) das schwere Auswärtsspiel an der Alten Försterei bei Union Berlin an. Ende April geht es zum abgeschlagenen Letzten 1. FC Heidenheim (25. April, 15.30 Uhr), wo ein Sieg schon fast Pflicht ist. Beim Auswärtsspiel am vorletzten Spieltag bei RB Leipzig (9. Mai, 15.30 Uhr) ist eher nicht mit Punkten zu rechnen.
Neben der Heimstärke kann St. Pauli noch auf zwei weitere Aspekte hoffen. Außer mannschaftlicher Geschlossenheit und dem Rückhalt der Fans liegt der Druck eher bei der Konkurrenz. Für die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin (52) war von Beginn an klar, worum es in dieser geht: den Klassenerhalt.
"Wir sind nicht nervös, als Fußballer wissen wir mit dem Druck umzugehen", betonte Wahl. "Den Druck will man auch haben, wir haben ihn seit neun Monaten. Nur wenn man Druck spürt, kann man auch das Beste aus sich herausholen." In der vergangenen Saison habe man den Spannungsabfall nach dem geschafften Klassenerhalt am 33. Spieltag erlebt. "Die schönsten Spiele sind doch die, bei denen es um was geht", fuhr der Abwehrspieler fort.
Teamkollege Adam Dźwigała (30) pflichtete ihm bei. "Zum Ende einer Saison ist der Druck höher. Wir kommen mit dem Druck aber klar. Wir haben unser Ziel klar vor Augen und fokussieren uns voll und ganz darauf", so der Pole, der auch wusste, wie wichtig die kommenden Partien gegen die direkte Konkurrenz ist. "Wir haben damit kein Problem, im Gegenteil."
Schließlich hat so St. Pauli den Klassenerhalt in der eigenen Hand und kann selbst dafür sorgen, dass auch in der kommenden Saison Bundesliga-Fußball am Millerntor stattfindet.
Titelfoto: Fotomontage: Carmen Jaspersen/dpa, Marcus Brandt/dpa

